Standort: science.ORF.at / Meldung: "Minidrache beeindruckt mit Farbenpracht"

Die Männchen der neu entdeckten Tierart sind dank ihrer leuchtend blauen Kopffärbung im vietnamesischen Regenwald schon von weitem zu sehen

Minidrache beeindruckt mit Farbenpracht

Reptilienforscher haben in den Regenwäldern Vietnams eine farbenprächtige Echse entdeckt. Sie ist im Werben um die Gunst der Weibchen besonders schön: Der Miniaturdrache versucht, die Konkurrenz mit dem Leuchten seines azurblauen Kopfes zu übertrumpfen.

Zoologie 09.01.2013

Aber bei Niederlagen wird der kleine Kerl mit dem wissenschaftlichen Namen Calotes bachae ganz schnell blass: Ein Rivale, der im Revierkampf den Kürzeren zieht, erblasse binnen weniger Minuten, teilte das Zoologische Forschungsmuseum Alexander König am Mittwoch in Bonn mit.

Die Studie:

"A new species of the genus Calotes Cuvier, 1817 from southern Vietnam" von Timo Hartmann und Kollegen ist am 7.1. in der Fachzeitschrift "Zootaxa" erschienen.

Wie ein Chamäleon

Die zur Familie der Agamen zählende Echse sei von Kopf bis Schwanzanfang knapp zehn Zentimeter lang. Sie frisst nach Angaben der Experten ausschließlich Insekten und kann ähnlich wie ein Chamäleon seine Farben verändern. Die Tierchen sind nachts eher dunkel und bräunlich und machen sich unscheinbar.

Die Männchen der neu entdeckten Tierart sind dank ihrer leuchtend blauen Kopffärbung im vietnamesischen Regenwald schon von weitem zu sehen

Peter Geißler, ZFMK , Bonn

Ein Männchen der Echsen mit azurblauem Kopf

Bekannt war der kleine prächtige Drache schon seit langem. Allerdings sei er mit einer blauen Echsenart aus Birma und Thailand verwechselt worden. "Eine genetische Untersuchung hat gezeigt, dass sie sehr unterschiedlich sind", sagte der Bonner Experte Dennis Rödder.

Ein deutsch-russisches Forscherteam fand den Minidrachen im Süden Vietnams, als die Wissenschaftler im Regenwald die dort lebenden Tierspezies genau untersuchten. Der Fund mache deutlich, wie wichtig die neue Methode des DNA-Barcodings sei, eine besondere Genanalyse bei Tieren. Die Artenvielfalt der Erde sei noch lange nicht erforscht

science.ORF.at/dpa

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