Standort: science.ORF.at / Meldung: "Futter machte Wolf zum Hund"

Hund mit ungekochten Spaghetti im Maul

Futter machte Wolf zum Hund

Die Anpassung an stärkehaltiges Futter spielte vermutlich eine Schlüsselrolle bei der Domestizierung des Hundes. Das ist das Ergebnis einer Studie, bei der das gesamte Genom von Hunden nach Regionen durchsucht wurde, die auffällig vom Erbgut des Wolfs abweichen.

Genanalyse 23.01.2013

Die Studie in "Nature":

"The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet" von Erik Axelsson et al., erschienen am 24. Jänner 2013.

Die Forscher um Erik Axelsson von der schwedischen Universität Uppsala untersuchten Genproben von 19 Wölfen sowie von 71 Hunden 38 verschiedener Rassen. Dabei fanden sie 36 Genregionen beim Hund, die offenbar unter starkem Selektionsdruck gestanden sind.

19 dieser Regionen betreffen die Entwicklung von Gehirnfunktionen und könnten mit einem veränderten Verhalten von Hunden verbunden sein, berichten die Forscher. Weitere zehn Genbereiche regeln den Stoffwechsel und hier insbesondere die biochemischen Prozesse beim Abbau von Stärke. Drei dieser Regionen spielen sogar eine Schlüsselrolle beim Stärkeabbau, schreiben die Forscher.

Ö1 Sendungshinweis:

Über die Studie berichtet auch Wissen Aktuell am 24. Jänner 2013.

Menschliche Ernährung

Dies deute darauf hin, dass der Hund im Laufe seiner Entwicklung Stärke besser verdauen konnte. Eine ähnliche Veränderung machten vermutlich auch die Menschen durch, als sie anfingen, Landwirtschaft zu betreiben.

Die Zeit und der genaue Ablauf der Domestizierung sind laut Axelson immer noch unklar. Die genetische Veränderung im Stärke-Stoffwechsel könne jedoch bedeuten, dass die frühen Hunde zu Beginn des Ackerbaus immer stärker von landwirtschaftlichen Abfällen der Menschen profitierten. Möglicherweise strichen die ersten halbwilden Hunde um menschliche Siedlungen. Vermutlich machte der zunehmende Kontakt aus wilden Wölfen allmählich den "besten Freund des Menschen".

science.ORF.at/dpa

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