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Pflanzenfressende Spinne

Spinne fängt Fliegen blind

Die südamerikanische Spinne Cupiennius salei sitzt nächtens auf einem Bananenblatt oder einer Bromelie und wartet, bis geeignetes Futter im Anflug ist. Sobald sich eine Fliege nähert, schlägt sie zu. Dies kann sie blind und ohne sie zu hören, zeigen Wiener Forscher.

Sprung 20.02.2013

Bloß die von der Beute verursachten Luftwirbel reichen aus, damit die Spinne ihre Position erkennen und sie mit einem Satz fangen kann, berichten die Wissenschaftler im Journal "Interface" der Royal Society.

Versuche mit künstlichen Fliegen

Die Studie

"Airflow elicits a spider’s jump towards airborne prey. II. Flow characteristics guiding behaviour", Journal of the Royal Society Interface (19.2.2013; doi: 10.1098/rsif.2012.0820).

Bereits im Vorjahr beschrieben die Forscher um Christian Klopsch, der an der Universität Wien (Department für Neurobiologie) und der Technischen Universität (TU) Wien (Institut für Strömungsmechanik und Wärmeübertragung) forscht, den Luftstrom, den Spinnen von einem vorbeifliegenden Insekt wahrnehmen können. Dazu besitzen sie Tastsinnesorgane an den Beinen, und zwar kleine Härchen (Trichobothrien).

Nun untersuchten sie mit einem speziell konstruierten, rotierenden Zylinder, der die gleichen Luftströme wie Schmeißfliegen verursacht, wie eine Spinne auf An- und Überflug des Opfers reagiert und ob sie den Überflieger auch sehen und hören muss, um ihn aus der Luft zu fangen.

Startsignal: Lufthauch

Imitierte der Zylinder sowohl An- als auch Überflug der Schmeißfliegen, richteten sich die Spinnen zunächst mit kleinen Bewegungen nach dem Ziel aus und sprangen dann genau so häufig, wie bei echten Fliegen. Weil der Zylinder größer war als eine gemeine Fliege, erwischten sie ihn sogar öfter. Verhinderte allerdings eine Abdeckung über dem rotierenden Zylinder die für den Überflug typischen Luftbewegungen, machten sich die Spinnen zwar bereit, verweigerten aber den Sprung.

Dies zeige, dass eine Änderung des Lufthauchs das Signal zum Absprung sei, so die Forscher. Bei jedem erfolgreichen Fang befand sich das Opfer immer genau über den untersten Gliedern der Spinnenbeine, schreiben Klopsch und Kollegen.

Ein weiteres Ergebnis der Versuche: Die Spinnen konnten auch mit verdeckten Augen fangen und orientierten sich offensichtlich nicht am Gebrumme der Fliegen: "Zum Zeitpunkt, da die Spinne springt, sind die akustischen Reize noch unter der wahrnehmbaren Schwelle ", erklärt Klopsch.

Die Forscher untersuchten auch die Vibrationen, die eine vorbeibrummende Fliege auf Blätter überträgt, und kamen zu dem Schluss, dass sie zu schwach sind, um von einer darauf sitzendenden Spinne wahrgenommen zu werden. Selbst wenn die Spinnen auf einer 20 Kilogramm schweren Eisenplatte lauerten, die garantiert von keiner noch so voluminösen Schmeißfliege zum Schwingen gebracht wird, blieben ihre Manöver ebenso so erfolgreich wie auf dem Blatt.

science.ORF.at/APA

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