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der zweiköpfige Bullenhai von vorne

Ein Bullenhai mit zwei Köpfen

Schon vor zwei Jahren hat ein Fischer im Golf von Mexiko einen Bullenhai mit zwei Köpfen entdeckt. Biologen haben nun bestätigt, dass es sich dabei tatsächlich um ein Exemplar handelt und nicht um verwachsene Zwillinge.

Zoologie 26.03.2013

Von vielen anderen Arten, darunter auch Haiarten, sind Fälle von Zweiköpfigkeit (Dizephalie) bekannt. Bei Bullenhaien sei dies aber der erste dokumentierte Fall, berichtet der Zoologe Michael Wagner von der Michigan State University in einer Aussendung. "Besonders bei Echsen oder Schlangen wurde das Phänomen schon häufig beobachtet. Da diese Tiere oft in Gefangenschaft gezüchtet werden, fällt das aber viel leichter."

Kaum Chance zu überleben

Bei Haien sieht die Sache anders aus. Im April 2011 hat ein Fischer im Golf von Mexiko in der Gebärmutter eines weiblichen Bullenhais dennoch einen Fötus mit zwei Köpfen entdeckt. Er starb kurz danach und hätte laut Wagner prinzipiell kaum Chancen gehabt, in der freien Wildbahn zu überleben.

Struktur von Kopf und Wirbelsäule des zweiköpfigen Hais

Michael Wagner/MSU

Struktur von Kopf und Wirbelsäule des zweiköpfigen Hais

Das Zoologenteam untersuchte den Hai für eine Studie, die in der Aprilausgabe des "Journal of Fish Biology" erscheinen soll, genauer. Magnetresonanzbilder zeigten, dass er nicht nur zwei Köpfe, sondern auch zwei Herzen und zwei Mägen enthielt, und sich ab der Körpermitte bis zum Schwanz zu einem einzigen Körper verjüngte.

Spekulationen, wonach die Körperdeformation etwas mit Umweltverschmutzung zu tun hat - die Ölpest im Golf von Mexiko hatte sich ein Jahr vor der Entdeckung des Hais ereignet - will Wagner nicht bestätigen. "Dafür gibt es keine Hinweise."

science.ORF.at

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