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Ein Mann brät Bratwürste

Warum rotes Fleisch krank macht

Steaks, Fleischlaberln und Schinken: Wer zu viel rotes Fleisch isst, steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das war schon bisher klar, nun haben US-Mediziner die mögliche Ursache dafür entdeckt: Das oft als "Fettverbrenner" in Nahrungsergänzungsmitteln beliebte Carnitin führt ihnen zufolge zu Verkalkungen der Blutgefäße.

Ernährung 08.04.2013

Auch die bisher bekannten "Verdächtigen" wie gesättigte Fettsäuren und Cholesterin hängen mit einem erhöhten Risiko für Gefäßerkrankungen zusammen, berichtet ein Team um Stanley Hazen von der Cleveland Clinic.

Die Studie:

"Intestinal microbiota metabolism of l-carnitine, a nutrient in red meat, promotes atherosclerosis" von Robert Koeth und Kollegen ist am 7.4. in "Nature Medicine" erschienen.

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 8.4., 13:55 Uhr.

Dazu kommt aber laut der neuen Studie auch noch ein Abbauprodukt des Carnitins. Darmbakterien bilden aus dem im roten Fleisch enthaltenen L-Carnitin den Stoff Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) - und dieser greift laut ihren Experimenten mit Mäusen die Gefäße an.

Vegetarier und Veganer im Vorteil

L-Carnitin ist wichtig für den Energiestoffwechsel tierischer und pflanzlicher Zellen. Die Substanz ist in Fleisch reichlich vorhanden, er gilt als "Fettverbrenner" und kommt deshalb in Nahrungsergänzungsmitteln oft zum Einsatz.

In der aktuellen Studie zeigte sich, dass sich TMAO unterschiedlich entwickelt: Nach der Einnahme großer Mengen Carnitin (via Steak und Kapseln) bildete sich im Magen von Fleischessern die schädliche Substanz. Bei Vegetariern und Veganer - die sich für das Experiment bereit erklärten, ebenfalls Steaks zu essen - war das hingegen kaum der Fall. "Die Bakterien in unserem Verdauungstrakt richten sich nach unserem langfristigen Ernährungsverhalten", erklärt Stanley Hazen in einer Aussendung.

Wer viel Fleisch isst, erzieht seine Darmflora sozusagen zur TMAO-Produktion. Veganer und Vegetarier hingegen produzieren viel weniger davon. Und das könnte erklären, warum sie auch weniger von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sind als die Fleischesser.

science.ORF.at

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