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Zuprosten: zwei volle Biergläser.

Studie: Biergeschmack reicht für Glücksrausch

Allein der Geschmack von Bier führt einer neuen Studie zufolge im Gehirn zur Freisetzung des Botenstoffs Dopamin. Auch ohne die Wirkung von Alkohol wird vom Gehirn das im Volksmund Glückshormon genannte Dopamin ausgeschüttet, berichten US-Neurologen.

Neurowissenschaften 16.04.2013

Dopamin wirkt im Gehirn als Belohnung und ist mit dem Verlangen nach bestimmten Stoffen wie Alkohol verbunden.

Die Studie:

"Beer Flavor Provokes Striatal Dopamine Release in Male Drinkers: Mediation by Family History of Alcoholism" ist am 15. April 2013 im Journal "Neuropsychopharmacology" erschienen (doi: 10.1038/npp.2013.91).

Bier versus Limonade

"Nach unserem Wissen ist dies das erste Experiment mit Menschen, das zeigt, dass allein der Geschmack eines alkoholischen Getränks, ohne den berauschenden Effekt des Alkohols, diese Dopamin-Aktivität auslösen kann", sagte der Neurologe David Kareken von der Universität Indiana, der die Studie leitete.

49 Männer wurden gebeten, ihr Lieblingsbier bzw. ein nicht-alkoholisches Sportgetränk zu trinken. Dabei wurde die Dopamin-Aktivität im Gehirn gemessen. Die Bierdosis war mit 15 Millilitern bzw. einem Esslöffel so klein, dass im Blut kein Anstieg des Alkoholspiegels nachzuweisen war, die Geschmacksnerven aber reagieren konnten.

Neben dem Ergebnis, dass bereits der Geschmack von Bier zur Ausschüttung von Dopamin genügte, fanden die Forscher auch heraus, dass der Effekt viel größer war als beim Sportgetränk - und das, obwohl viele Probanden angaben, dass sie den Geschmack der Limonade vorzogen. Außerdem zeigte die Studie, dass der Dopamineffekt bei Versuchspersonen aus Alkoholikerfamilien deutlich größer war - ein Hinweis auf eine gewisse Prädisposition, meinen die Neurologen.

science.ORF.at/APA/AFP

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