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Cannabis-Blatt

Cannabis-Kapseln wirken besser als ein Joint

Cannabis-Kapseln sind einer Studie zufolge besser für die Schmerzbekämpfung geeignet als das Rauchen von Joints. Demnach spüren Versuchspersonen nach dem Einnehmen von Präparaten mit dem Wirkstoff Dronabinol Schmerzen später als nach dem Rauchen von Cannabis.

Schmerzmedizin 23.04.2013

Außerdem hält die Wirkung der Kapseln länger an, berichten die Psychiaterin Ziva Cooper von der Columbia University in New York.

Die Studie:

"Comparison of the Analgesic Effects of Dronabinol and Smoked Marijuana In Daily Marijuana Smokers" ist am 22. April 2013 im "Nature"-Journal "Neuropsychopharmacology" erschienen (doi: 10.1038/npp.2013.97).

Arme in kaltes Wasser

Dronabinol wird in einigen Ländern gegen Schmerzen, Schwindel und Übelkeit bei Krebs-Patienten, gegen Appetitlosigkeit bei AIDS-Kranken und gegen Muskelkrämpfe verschrieben. Für ihre Studie gaben die Forscherinnen 30 Probanden, die bereits regelmäßig Cannabis rauchten, über zwei Wochen lang täglich Dronabinol-Pillen mit unterschiedlicher Konzentration oder Placebos. Die Versuchsteilnehmer rauchten zudem Joints, ohne aber zu wissen, ob sich darin Cannabis befand und in welcher Menge.

Um die Auswirkung von Dronabinol oder gerauchtem Cannabis auf die Schmerzempfindlichkeit zu messen, hielten die Testpersonen ihre Arme in vier Grad kaltes Wasser. Sowohl Dronabinol als auch gerauchtes Cannabis wirkten schmerzlindernd. Die Versuchsteilnehmer, die Dronabinol geschluckt hatten, zogen ihre Arme aber später aus dem eiskalten Wasser, hielten den Schmerz also länger aus.

Die schmerzlindernde Wirkung von Cannabis ist bereits seit langer Zeit bekannt. Unklar war aber bisher, welchen Unterschied die Form der Einnahme von Cannabis ausmacht. Allerdings sind die Ergebnisse der Studie nur bedingt aussagekräftig, da alle Versuchsteilnehmer bereits zuvor Cannabis rauchten, wie die Wissenschaftler einräumen. Unklar ist, ob die beobachteten Unterschiede auch bei Nicht-Cannabis-Rauchern auftreten würden.

science.ORF.at/APA/AFP

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