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ein Ring dunkler Materie

HEPHY-Forscher suchen nach Dunkler Materie

Das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) bekommt eine neue Leitung und damit auch einen neuen Forschungsschwerpunkt.

Schwerpunkt 08.05.2013

Ab kommenden Oktober wird der deutsche Teilchenphysiker Jochen Schieck (42) Chef des Instituts, das in den vergangenen Monaten interimistisch von Manfred Krammer geleitet wurde.

Schieck, derzeit Professor an der Ludwig Maximilians-Universität München, wird am HEPHY einen neuen Forschungsbereich auf dem Gebiet der sogenannten Dunklen Materie aufbauen, teilte die ÖAW in einer Aussendung mit.

" Wissen nicht, woraus diese Materie besteht"

Das HEPHY beschäftigt sich mit der Erforschung der kleinsten Bausteine der Materie. Es sei "maßgeblich an den großen Teilchenphysikexperimenten unserer Zeit beteiligt", erklärte Schieck. HEPHY-Forscher sind etwa am Experiment CMS am Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) des Europäischen Kernforschungszentrums (CERN) beteiligt; ebenso am Materie-Antimaterie-Programm des japanischen Forschungszentrums für Teilchenphysik (KEK). Diese Schwerpunkte sollen weitergeführt werden, damit werde man in den nächsten Jahren "wesentlich zu der Beantwortung fundamentaler Physikfragen beitragen", sagte Schieck.

Darüber hinaus wird Schieck mit dem Thema "Dunkle Materie" einen neuen experimentellen Forschungsbereich am HEPHY aufbauen. "Nur ca. 15 Prozent der Materie des Universums ist sichtbar, die restlichen 85 Prozent sind 'dunkel', das heißt wir können diese Dunkle Materie nur über die Gravitation nachweisen. Wir wissen allerdings nicht, woraus diese Materie besteht, es existieren aber viele unterschiedliche Hypothesen über deren Zusammensetzung. Die richtige Antwort auf diese Frage kann letztendlich nur das Experiment geben", so der designierte Direktor.

Schieck, geboren am 30. März 1971 in Eberbach (Deutschland), studierte Physik an der Universität Heidelberg. Nach einem Forschungsaufenthalt an der University of Maryland (USA) setzte er seine wissenschaftliche Karriere am Max-Planck-Institut für Physik in München fort. Seit 2011 ist er Professor an der Ludwig Maximilians-Universität München, wo er eine Arbeitsgruppe für Experimentelle Teilchenphysik am "Excellence Cluster Universe" leitet. Schieck ist Mitglied großer internationaler Kollaborationen wie Belle II am KEK und ATLAS am CERN.

science.ORF.at/APA

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