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Pascale Ehrenfreund

Astrobiologin Ehrenfreund neue FWF-Chefin

Im Vergleich zu ihren bisherigen Aktivitäten ist ihr neuer Job "down to the earth": Die Astrobiologin Pascale Ehrenfreund wurde Donnerstag Nachmittag zur neuen Präsidentin des Wissenschaftsfonds FWF gewählt.

Forschungsfonds 07.06.2013

Statt mit dem Weltraum und der Suche nach Leben im All wird sich die bisher primär im Ausland tätige Spitzenwissenschaftlerin mit österreichischer Wissenschafts- und Universitätspolitik sowie der Förderung der Grundlagenforschung auseinandersetzen.

Ehrenfreund wurde 1960 in Wien geboren. Sie studierte an der Universität Wien Astronomie und Biologie, beendete ihre Diplomarbeit in Molekularbiologie 1988 am Institut für Molekularbiologie der Akademie der Wissenschaften in Salzburg und ihre Doktorarbeit in Astrophysik 1990 an der Universität Paris und der Uni Wien - beide Abschlüsse mit Auszeichnung. 1999 habilitierte sich die Wissenschafterin in Astrochemie an der Uni Wien.

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Über dieses Thema berichtet auch "Wissen aktuell", Fr | 7.6.2013 | 13:55 Uhr.

Gleich nach dem Doktorat ging Ehrenfreund als "Fellow" der Europäischen Weltraumagentur ESA an das Leiden Observatory und erhielt in Folge weitere Forschungsstipendien als Postdoc, etwa der französischen Raumfahrtagentur CNES oder der Europäischen Kommission (Marie Curie Fellowship).

Von 1996 bis 1999 erhielt sie ein APART-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das ausgezeichneten Nachwuchsforschern den Weg zur Habilitation erleichtern soll. Von 1999 an war Ehrenfreund in verschiedenen Positionen in den Niederlanden tätig, u.a. am Leiden Observatory, der Universität Amsterdam und der Universität Leiden - an den beiden letzteren als Professorin.

Mars, Kometen und Meteoriten

2005 ging Ehrenfreund in die USA, zunächst ans Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena. Seit 2008 ist sie sowohl Professor für Space Policy and International Affairs am Space Policy Institute der George Washington University als auch "Lead Investigator", also hauptverantwortliche Projektleiterin, am Astrobiologie-Institut der NASA.

Ehrenfreund hat wichtige wissenschaftliche Beiträge zur interstellaren Chemie (galaktisch und extragalaktisch) und zur Identifikation organischer Moleküle im interstellaren Raum, auf Planetenoberflächen wie dem Mars, Kometen und Meteoriten gemacht. Sie war auch an der Entwicklung von Instrumenten zur Entdeckung organischer Verbindungen bzw. von Leben am Mars beteiligt.

Seit 1995 hat sie als Projektleiterin bzw. beteiligte Wissenschafterin an verschiedenen NASA- und ESA-Weltraummissionen mitgewirkt, etwa an Cassini-Huygens, Rosetta, Mars-Express, SMART-1 oder Exomars und ist an verschiedenen Satelliten-Missionen und Experimenten auf der Internationalen Raumstation ISS beteiligt. Ehrenfreund hat über 160 Publikationen in anerkannten Journalen sowie zwölf Büchern verfasst.

science.ORF.at/APA

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