Standort: science.ORF.at / Meldung: "Geparden sind auch Beschleunigungs-Rekordler"

Ein laufender Gepard

Geparden sind auch Beschleunigungs-Rekordler

Geparden sind nicht nur die schnellsten Landsäugetiere, sondern brechen einer neuen Studie zufolge auch beim Beschleunigen Rekorde. Die Raubkatze kann mit nur einer Schrittfolge um knapp elf Kilometer pro Stunde schneller werden.

Zoologie 13.06.2013

Mindestens genauso stark können die Tiere ihr Tempo auch wieder drosseln, etwa wenn sie ihre Beute erreicht haben, berichten britische Forscher um Alan Wilson vom Royal Veterinary College in Hatfield.

Die Studie:

"Locomotion dynamics of hunting in wild cheetahs" von Alan Wilson und Kollegen ist am 12.6. in "Nature" erschienen.

Links:

Ein Gepard mit Halsband

Structure & Motion Lab, RVC.

Gepard mit Halsband, darin: der GPS-Sensor

Damit beschleunigen und bremsen sie den Angaben nach fast doppelt so schnell wie Polopferde und übertrumpfen auch Windhunde beim Start eines Rennens.

Bewegungssensoren im Halsband

Dass Geparden die schnellsten Landsäuger sind, ist seit langem bekannt. Bis zu 105 km/h wurden bei Tieren in Gefangenschaft bereits gemessen. Zum Vergleich: Bei seinem bis heute gültigen 100-Meter-Weltrekord lief der Jamaikaner Usain Bolt 2009 eine Spitzengeschwindigkeit von 44 km/h.

Mit Hilfe von Bewegungssensoren, die mit einem Halsband an den Tieren befestigt wurden, analysierten die Forscher nun die Läufe von Geparden in freier Wildbahn. Sie werteten die Daten von fünf Geparden in Botswana aus, die sie vorwiegend bei der Jagd der Großkatzen ermittelt hatten. Die Tiere erreichten ein durchschnittliches Höchsttempo von etwa 54 km/h, das sie meist nur für ein bis zwei Sekunden durchhielten.

Obwohl die wildlebenden Tiere also nicht ganz so schnell waren wie ihre gefangenen Verwandten, demonstrierten sie einige körperliche Eigenschaften, die bis dato noch nicht gemessen wurden. So kamen die Geparden bei der Beschleunigung auf eine Leistung von 120 Watt pro Kilogramm, doppelt so viel wie die schnellsten Windhunde und mehr als vier Mal so viel wie Usain Bolt bei seinem Rekordlauf.

"Wir haben die Tiere bisher immer als Sprinter betrachtet, aber das scheint nur ein Teil ihres Erfolges zu sein", sagt Alan Wilson in "Nature". Dazu kommen ihre Beschleunigung, ihr Bremsvermögen und allgemein ihre Manövrierfähigkeit, die sie zu außerordentlich guten Jägern machen.

science.ORF.at/APA/dpa

Mehr zu dem Thema: