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Chihuahua

Die Ur-Amerikaner unter den Hunden

Viele amerikanische Hunderassen haben ihr genetisches Erbe bewahrt und dem historischen Ansturm der europäischen Hunde getrotzt, berichten Forscher in einer Studie. Besonders unverfälscht sei das Erbgut des Chihuahua.

Genetik 10.07.2013

Studien widerlegt

Der mexikanische Chihuahua zeige besonders enge verwandtschaftliche Züge mit jenen Hunden, die noch vor der Ankunft von Christoph Kolumbus durch Mittelamerika streiften. Insgesamt belegen die Gene der Tiere, dass die Vorfahren der ersten amerikanischen Hunde mit dem Menschen aus Asien kamen.

Die Studie

"Pre-Columbian origins of Native American dog breeds, with only limited replacement", Proceedings of the Royal Society B (10.7.2013; doi: 10.1098/rspb.2013.1142).

Lange Zeit hatte man geglaubt, dass das Eindringen europäischer Hunde nach der Kolonisierung Amerikas das Ende der ursprünglichen Hunderassen bedeutet habe. Darauf hatten genetische Studien von Haushunden und frei streunenden Hunden gedeutet, schreibt das Team um Peter Savolainen von der Königlich Technischen Hochschule in Solna, Schweden. Die neue Studie mit Daten von rund 2.500 Hunden aus Afrika, Asien, Europa und Amerika widerlegt diese These nun.

Europäischer Einfluss gering

Die Forschergruppe untersuchte das Mitochondrien-Erbgut vieler alter amerikanischer Rassen wie dem Inuit-, Eskimo- und Grönlandhund, dem Malamut aus Alaska, dem mexikanischen Chihuahua und dem haarlosen Perro sin Pelo aus Peru und dem Xoloitzcuintle aus Mexiko. Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, werden über die Mutter an die Nachkommen weitergegeben.

Der Vergleich mit dem Erbmaterial anderer Rassen zeigte, dass etwa die arktischen Rassen so gut wie keine europäischen Hunde zu ihren Vorfahren zählten. Insgesamt war der europäische Einfluss auf die amerikanischen Hunderassen erstaunlich gering, nur 30 Prozent der untersuchten Hunde hatten weibliche Vorfahren, die über den Atlantik gekommen waren. Als besonders stabil erwies sich der Chihuahua - der genetische Vergleich mit archäologischen Hundefunden aus der Zeit vor Kolumbus zeigte, dass diese Rasse ihr genetisches Erbe seit langer Zeit bewahrt hat.

Erstbesiedlung über Asien

Die verwandtschaftlichen Bindungen, die sich in den Zellen einiger freilebender Hunderassen bewahrt hatten, deuten zudem auf einen Ursprung in Asien, berichtet Savolainen. Es gibt gemeinsame Erbgutsegmente mit Hunderassen aus Ostasien und Sibirien, was darauf hindeutet, dass der Hund zusammen mit dem Menschen einmal Amerika besiedelte.

Während die meisten untersuchten herumstreunenden Hunde einen europäischen Ursprung hätten, gebe es etwa in Mexiko und Bolivien solche amerikanischer Abstammung, berichten die Forscher. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass amerikanische Hunde ein Rest der ursprünglichen amerikanischen Kultur sind", kommentiert Savolainen. "Das zeigt, wie wichtig es ist, ihre Populationen zu erhalten."

science.ORF.at/dpa

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