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Weißer Hai im Meer

Weiße Haie brauchen Fett als Reiseproviant

Bevor Weiße Haie ihre weiten Reisen durch die Meere antreten, fressen sie sich dicke Fettpolster an. US-amerikanische Forscher haben berechnet, wie die Fettreserven in dieser Zeit schrumpfen, und betonen die Bedeutung, die energiereiche Nahrung für die Tiere hat.

Biologie 17.07.2013

Weiße Haie schwimmen oft in nur einem Monat rund 4.000 Kilometer weit. Mit solchen Reisen zählen die großen Meeresbewohner zu den am schnellsten wandernden Tieren in den Weltmeeren.

Die Studie:

"Traveling Light: White Sharks (Carcharodon carcharias) Rely On Body Lipid Stores to Power Ocean-Basin Scale Migration" ist am 18. Juli 2013 in den "Proceedings B" der britischen Royal Society erschienen.

Sinkgeschwindigkeit

Die Forscher um Gen Del Raye von der Universität von Hawaii konnten erstmals indirekt bestimmen, wie die Fettreserven der Tiere in dieser Zeit abnehmen. Hierzu nutzten sie die Tatsache, dass ein Hai, der nicht aktiv schwimmt, im Meer absinkt, und das umso langsamer, je dicker er ist und je mehr Körperfett er enthält.

Durch Beobachtung von Haien in Gefangenschaft fanden die Forscher eine Formel, mit der sie diese Sinkrate mit dem Körperfett der Tiere in Beziehung setzen konnten.

Fettreserven nahmen ab

An insgesamt 97 Weißen Haien (Carcharodon carcharias) vor der amerikanischen Westküste brachten die Forscher schließlich kleine Datenspeicher an, die die Position der Tiere sowie die Temperatur und den Druck des Wassers während ihrer Wanderungen aufzeichneten.

Neun dieser Geräte konnten wiedergefunden werden, und ihre Daten zeigten auf der gesamten Reise der Tiere über den Pazifik bis in die Umgebung von Hawaii immer wieder Phasen, in denen sich diese absinken ließen. Aus diesen Sinkphasen konnten die Forscher berechnen, dass die Fettreserven der Haie im Laufe der Zeit immer weiter abnahmen.

Unbekannte Gründe

Die Studie erkläre, wie Haie ihre langen und schnellen Wanderungen schaffen, oft auch mehr als 4.000 Kilometer pro Monat, berichtet Del Raye. Sie zeige zudem, wie wichtig es für die Tiere sei, sich vor diesen Wanderungen mit besonders energiereicher Nahrung zu versorgen - in dem Fall mit Robben von der amerikanischen Küste.

Auch wenn es noch unbekannt sei, warum die Weißen Haie ihre langen Wanderungen unternehmen, so sei es doch für den Schutz dieser bedrohten Art sehr wichtig zu wissen, dass sie dafür auf große Energiereserven angewiesen sind.

science.ORF.at/APA/dpa

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