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Eine vom Masern-Virus infizierte Zelle

Masern-Spätfolgen gefährlicher als gedacht

Das Risiko von tödlichen Spätfolgen einer Maserninfektion ist höher als bisher angenommen. Noch Jahre nach einer überstandenen Masernerkrankung kann es zu einer Entzündung des Gehirns kommen, berichten deutsche Forscher.

Medizin 16.07.2013

Diese sogenannte sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) verläuft immer tödlich.

Die Studie:

"Epidemiology of Subacute Sclerosing Panencephalitis (SSPE) in Germany from 2003 to 2009: A Risk Estimation" ist im Open-Access-Journal "PLOS One" erschienen (DOI:10.1371/journal.pone.0068909).

Behandlung nicht möglich

Galt bisher die Annahme, dass diese Spätfolge in einem von 100.000 Fällen auftritt, berechneten die Forscher das Durchschnittsrisiko für Kinder unter fünf Jahren nun auf einen Wert von 1:3300. SSPE führt zu einem schleichenden Verlust aller geistigen Fähigkeiten und endet im Wachkoma, in dem die Betroffenen nach wenigen Monaten oder auch Jahren sterben. Eine Behandlung der Spätkomplikation ist nicht möglich.

In Deutschland wurden demnach zwischen 2003 und 2009 insgesamt 31 SSPE-Fälle erfasst. Alle Kinder waren zum Zeitpunkt der Maserninfektion jünger als fünf Jahre. Im selben Zeitraum wurden insgesamt 42.600 Maserninfektionen gemeldet.

Dadurch ergab sich ein Risiko für Spätfolgen in einem von 3.300 Fällen. Allerdings liege das Risiko für Kinder im ersten Lebensjahr wahrscheinlich noch deutlich höher, erklärten die Forscher.

Aufruf zur Impfung

Zwar schützt eine Masernimpfung vor SSPE. Sie ist aber erst ab dem vollendeten elften Lebensmonat möglich. Kinder im ersten Lebensjahr, für die das SSPE-Risiko am höchsten ist, können daher nicht durch eine Impfung geschützt werden, warnte Benedikt Weißbrich von der Universität Würzburg.

Eltern sollten daher ihre Kinder dringend impfen lassen. Nur wenn viele Menschen gegen Masern immun sind, könne die Krankheit ausgerottet werden.

science.ORF.at/APA/AFP

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