Standort: science.ORF.at / Meldung: "Simulation von 1,7 Milliarden Nervenzellen"

Abbildung von Neuronen in verschiedenen Farben, verbunden durch Synapsen.

Simulation von 1,7 Milliarden Nervenzellen

Wissenschaftler haben bei der Simulation von Gehirnfunktionen eine neue Dimension erreicht. Das mit dem viertschnellsten Superrechner der Welt in Japan erreichte Modell bildet die Verschaltung von einem Prozent des Gehirns ab. Bisherige Simulationen haben nur einen Kubikmillimeter abgebildet.

Gehirn 02.08.2013

Die Arbeit ist laut den Forschern aus Japan und Jülich richtungsweisend für das Ziel, das komplette Gehirn auf dem Computer zu simulieren. Die Simulation liefert damit einen wichtigen Beitrag zum EU-Flaggschiffprojekt "Human brain project".

Neue Maßstäbe

Der japanische K Supercomputer

RIKEN

Ein Teil des japanischen "K Supercomputers" des RIKEN Forschungsinstituts.

Das aktuelle Modell umfasst 1,7 Milliarden Nervenzellen, die mit über 10,4 Billionen Kontaktstellen miteinander verbunden seien. Die Wissenschaftler haben dazu erstmals alle, knapp 83.000 Prozessoren des "K Supercomputers" genutzt. In der Regel seien die Superrechner mit mehreren Aufgaben befasst. Die Forscher hatten eigens neue Datenstrukturen für die Software entwickelt.

Das Projekt hat laut Markus Diesmann vom Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich die technischen Möglichkeiten und die Grenzen gezeigt.

Die Hirnaktivität lasse sich bisher nur vereinfacht auf Computern abbilden. Das neue Modell setze nicht nur mit seiner Größe, sondern auch mit der Genauigkeit neue Maßstäbe. Mit dieser Rechnerleistung könne man beispielsweise ablesen, wie sich Verbindungen zwischen den Nervenzellen ändern, wenn das Gehirn etwas Neues lerne. Wissenschaftler versprechen sich von der Simulation der Hirnaktivität neue Erkenntnisse etwa zu Ursachen von Parkinson oder Demenzkrankheiten wie Alzheimer.

science.ORF.at/dpa

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