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Eine Schüssel mit Reis

Gegen Dürre resistenter Gentech-Reis entwickelt

Japanische Forscher haben einen gegen Dürre resistenten Gentech-Reis entwickelt, der auch bei großer Trockenheit einen guten Ernteertrag abwirft. Ein bestimmtes Gen sorgt dafür, dass die Reiswurzeln tiefer in den Boden ragen und damit besser Wasser aufnehmen können.

Landwirtschaft 05.08.2013

Ein Team um Yusaku Uga vom Nationalen Institut für agrarbiologische Wissenschaft in Tsukuba entdeckte es in einer Reissorte, die im trockenen Hochland der Philippinen angebaut wird, wie es in einer neuen Studie heißt.

Die Studie:

"Control of root system architecture by DEEPER ROOTING 1 increases rice yield under drought conditions " von Yusaku Uga und Kollegen ist am 4. August 2013 in "Nature Genetics" erschienen.

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 5.8., 13:55 Uhr.

Lange Wurzeln, senkrecht nach unten

Die philippinische Reissorte Kinandang Patong hat lange Wurzeln, die senkrecht nach unten in den Boden wachsen und auch in großer Tiefe Wasser erreichen können. In der Regel hat Reis, der auf unter Wasser stehenden Feldern angebaut wird, flache und in seitliche Richtung wachsende Wurzeln.

Verantwortlich für die Wurzelentwicklung beim Kinandang-Patong-Reis ist ein Gen, das die japanischen Forscher "Deeper Rooting" (tiefere Verwurzelung) oder kurz DRO1 nannten. Das Gen bauten sie in eine herkömmliche Reispflanze mit der Bezeichnung IR64 ein.

Die so gewonnene neue Reissaat und die herkömmliche IR64-Saat wurden unter drei verschiedenen Bedingungen in Hochlandfeldern angepflanzt: ohne Dürre, mit einer moderaten Dürre und mit einer schweren Dürre.

Bessere Erträge

Beim herkömmlichen IR64-Reis betrug der Ernteertrag bei der moderaten Dürre nur 42 Prozent im Vergleich zum Ernteertrag ohne Dürre. Eine schwere Dürre zerstörte die komplette Ernte. Beim Gentech-Reis hatte eine moderate Dürre kaum Auswirkungen auf den Ernteertrag. Bei einer schweren Dürre sank der Ertrag um nur 30 Prozent.

Die Wirkung des Gens DR01 auf das Wurzelwachstum (rechts)

Yusaku Uga

Die Wirkung des Gens DRO1 auf das Wachstum der Wurzeln (rechts ragen sie tiefer)

Die neue Sorte könne im Hochland ohne Bewässerung angebaut werden, erklärte Forschungsleiter Uga. Nun solle der Gentech-Reis auch in asiatischen Tieflandgebieten mit vielen Niederschlägen und auch in Südamerika versuchsweise angebaut werden.

Die Weltbevölkerung wird nach UNO-Schätzungen bis zur Jahrhundertmitte von derzeit rund 7,2 Milliarden auf 9,6 Milliarden Menschen anwachsen. 2100 könnte die Weltbevölkerung bei 10,9 Milliarden Menschen liegen. Viele Wissenschaftler setzten auf die Gentechnik, um widerstandsfähigere Reis- und andere Getreidesorten zu entwickeln und so die Ernährung der Weltbevölkerung zu gewährleisten. Kritiker der Gentechnik argumentieren, dieses Ziel könne auch ohne diese umstrittene Technologie erreicht werden.

science.ORF.at/AFP

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