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Blick auf das Meer

Supervulkan im Pazifik

Einen der größten Supervulkane unseres Sonnensystems haben Forscher ausfindig gemacht - auf der Erde. Das Tamu-Massiv im Nordwest-Pazifik östlich von Japan sei offenbar ein gigantischer Einzelvulkan, dessen Ausmaße denen des Olympus Mons auf dem Mars gleichen.

Geologie 06.09.2013

Olympus Mons ist der größte bekannte Vulkan unseres Sonnensystems: Bei einem Durchmesser von 600 Kilometern ist er mehr als 20 Kilometer hoch.

Ausbrüche an einer Stelle

Die Studie in "Nature Geoscience":

"An immense shield volcano within the Shatsky Rise oceanic plateau, northwest Pacific Ocean" von William W. Sager et al., erschienen am 6. September 2013.

Das rund 145 Millionen Jahre alte Tamu-Massiv liegt am südwestlichen Ende des Shatsky-Rise-Plateaus, dessen Fläche etwa der Japans entspricht. Viele Geologen gehen davon aus, dass Ozeanische Plateaus - große, flache Gebiete des Ozeanbodens, die sich deutlich über das umgebende Gelände erheben - auf massive Eruptionen zurückgehen. Bisher war angenommen worden, dass die Ausbrüche jeweils an mehreren Stellen stattfanden, die Gesteinsmassive also Vulkanketten sind, heißt es in der Studie.

Ö1 Sendungshinweis:

Über den Supervulkan berichtet auch Wissen Aktuell am 6.9. um 13:55.

3-D-Bild des Supervulkans

Will Sager

Ein 3-D-Bild des Meeresgrunds zeigt Form und Größe des Tamu-Massivs.

Die Wissenschaftler um William Sager von der University of Houston analysierten nun Gesteinsproben des Tamu-Massivs. Da diese aus maximal 175 Metern Tiefe stammten, das Massiv sich aber mehrere Kilometer über den Meeresboden erhebt, untersuchten sie die Region zudem seismologisch. Demnach könnte der schildförmige unterseeische Berg entstanden sein, als an einer Stelle immense Lavamengen austraten und beim Abkühlen flache, weit reichende Hänge schufen.

Anders als etwa bei der Schildvulkan-Kette Hawaiis habe es am Tamu-Massiv offenbar vor allem Ausbrüche an einer einzelnen Stelle gegeben. Es handle sich somit wahrscheinlich um einen Einzelvulkan von 650 Kilometern Länge und 450 Kilometern Breite. Olympus Mons sei mit seinen gut 20 Kilometern zwar deutlich höher, er nehme aber nur rund 25 Prozent mehr Volumen ein.

Die Spitze des Tamu-Massivs liegt rund zwei Kilometer unter der Wasseroberfläche, die Basis am Meeresboden mehr als sechs Kilometer. Der Vulkan könne aber insgesamt bis zu 30 Kilometer hoch sein, schätzt Sagers Team. Der Großteil sei allerdings in die Erdkruste gesunken. Die Forscher wollen nun klären, ob es noch weitere unterseeische Vulkanriesen geben könnte.

science.ORF.at/APA/dpa

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