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Studie: Salzbestandteil kann auch gesund sein

Salz ist ungesund und kann an zu hohem Blutdruck schuld sein, heißt es gemeinhin. Eine neue Studie der Universität von Glasgow widerlegt dies nun teilweise. Sie besagt, dass die Sterblichkeitsrate bei Bluthochdruckpatienten höher ist, wenn diese zu wenig von einem Salzbestandteil im Körper haben.

Gesundheit 10.09.2013

Wer schon einen hohen Blutdruck hat, sollte also nicht auf Salz verzichten. In einer Langzeitstudie, die 35 Jahre dauerte, beobachteten die Forscher der Universität Glasgow insgesamt 13.000 Patienten mit zu hohem Blutdruck. Die Auswertung der Studie zeigt nun, dass die Wirkung von Salz auf den Körper noch nicht so genau erforscht ist, wie bisher angenommen wurde.

Chlorid schwächt die Wirkungen von Natrium ab

Im Normalfall sollten Bluthochdruckpatienten möglichst wenig Salz essen. Die Empfehlung der WHO liegt bei zwei Gramm pro Tag für einen erwachsenen Menschen. Zu viel Natrium - einer der zwei Bestandteile von Salz - kann nämlich mitverantwortlich sein für einen hohen Blutdruck. Die neue Studie zeigt jedoch, dass zu wenig Chlorid- der zweite Bestandteil- die Sterblichkeit bei Bluthochdruckpatienten erhöht. Warum genau Chlorid diese Effekte auf Bluthochdruckpatienten hat, weiß allerdings auch der Studienleiter Sandosh Padmanabhan nicht: "Wahrscheinlich spielt Chlorid eine wichtige Rolle in der Physiologie des Körpers und wir müssen diese weiter untersuchen."

Niedrige Chlorid-Level im Körper von Probanden machten diese automatisch zu Risikopatienten. Im Laufe der Studie zeigte sich, dass Probanden mit zu wenig Chlorid ein höheres Risiko für Herzkreislauf-Krankheiten hatten als andere Patienten. Insgesamt gab es in der Gruppe mit den niedrigsten Chlorid-Werten um ganze 20 Prozent mehr Todesfälle als in den übrigen Gruppen.

Zu beachten ist natürlich, dass alle Probanden bereits einen zu hohen Blutdruck hatten. Das zu viel Natrium Bluthochdruck auslösen kann, ist also nicht in Frage gestellt. Patienten mit hohem Blutdruck wurde bis jetzt empfohlen, so wenig Salz wie möglich zu essen, durch die neuen Ergebnisse könnte dieser Ratschlag aber obsolet werden. Padmanabhan möchte aber noch keine Rückschlüsse auf die Ernährung ziehen: "Es ist zu früh, diese Ergebnisse in eine Beziehung zu Salzeinnahme und Ernährung zu stellen."

Stefanie Braunisch, science.ORF.at

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