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Zwei Pandabären in der Chengdu Forschungsstation für Große Pandas in China

Pandafäkalien "produzieren" Biotreibstoff

Die Erzeugung von Biotreibstoffen wie Ethanol war bis jetzt meist aufwendig und teuer. Forscher der Universität von Mississippi berichten nun, das Mikroorganismen aus den Fäkalien von Pandabären die Produktion von alternativen Kraftstoffen vereinfachen könnten.

Energie 11.09.2013

Mais und Sojabohnen sind meistens die Basis für Biotreibstoffe. Obwohl sich das auf die Lebensmittelpreise auswirken kann, gab es bis jetzt kaum andere Möglichkeiten, Biotreibstoffe herzustellen. Die Blätter und Stängel dieser Pflanzen hätten nur mit großem Aufwand verarbeitet werden können. Die Zellen dieser Pflanzenteile haben nämlich Wände aus Lignozellulose, sind also besonders fest. Da die notwendigen Bestandteile zur Erzeugung von Biotreibstoffen im Inneren der Zelle sind, müssten die Zellwände mit hohen Temperaturen oder Säurebehandlungen aufgebrochen werden. Die neu erforschten Mikroorganismen übernehmen nun genau diese Aufgabe.

Die Studie:

"Microbiome mining: Panda conservation and biofuels " von Ashli Brown und Kollegen ist am 10.9. beim jährlichen Treffen der "American Chemical Society (ACS)"vorgestellt worden.

Das Team um Ashli Brown entdeckte insgesamt 42 verschiedene Mikroorganismen in den Fäkalien. Eigentlich helfen die Organismen dem Pandabären Bambus zu verdauen, ihre Aufgaben können aber auch in der Treibstoffproduktion nützlich sein. Denn einer der Mikroorganismen öffnet die Zellwände aus Lignozellulose, indem er die Zellulose in Zuckermoleküle aufbricht. Diese Zuckermoleküle sind notwendig, um Ethanol herzustellen, den Biotreibstoff, der in den USA am meisten verwendet wird. Andere Mikroorganismen verarbeiten die Zuckermoleküle sogar noch weiter zu Ölen und Fetten, die für die Erzeugung von Biodiesel notwendig sind.

Auch Vorteile für Pandas

Die Ergebnisse sind aber auch wichtig für die Großen Pandas selbst. Ashli Brown dazu: "Die Studie hilft uns mehr über das Verdauungssystem der gefährdeten Tiere und die darin lebenden Mikroorganismen zu lernen. Das ist wichtig, weil Pandas meistens an Krankheiten des Verdauungstraktes leiden."

Weitere Untersuchungen an Roten Pandas, die sich ebenfalls von Bambus ernähren, und an Großen Pandas im Zoo von Toronto sind geplant.

Stefanie Braunisch, science.ORF.at

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