Standort: science.ORF.at / Meldung: "Mosasaurier: Die Haie des Urzeit-Ozeans"

Ein Ausschnitt einer künstlerischen Darstellung eines Mosasauriers.

Mosasaurier: Die Haie des Urzeit-Ozeans

Bis zu 17 Meter lang waren sie, ausgestattet mit einem kräftigen Kiefer: Mit messerscharfen Brechzähnen machten sich riesige Mosasaurier vor 98 bis 66 Millionen Jahren auf die Jagd nach Beute im Meer, berichtet ein internationales Forscherteam.

Paläontologie 10.09.2013

Lange Zeit gingen Wissenschaftler davon aus, dass diese Reptilien eher langsame Schwimmer und nur zu kurzen Sprints fähig waren. Eine falsche Annahme, wie Johan Lindgren von der schwedischen Universität Lund und seine Kollegen anhand eines neuen Fossils jetzt nachweisen konnte. Die Schwanzflosse und damit auch die Fortbewegung der Giganten glich wohl eher der von Haien.

Die Studie:

"Soft tissue preservation in a fossil marine lizard with a bilobed tail fin" erscheint am 10. September 2013 in "Nature Communications" (DOI: 10.1038/ncomms3423).

Gut erhaltener Fossilfund

Ein Ausschnitt des Fossilabdrucks

Johan Lindgren

Ein Ausschnitt des Fossilabdrucks

Heimisch waren die Saurier im Urzeit-Ozean Neotethys, dessen Ränder das heutige Asien, Europa, Afrika und Australien berührten. Bisher war man ähnlich wie bei anderen Schuppenkriechtieren von einem spitzen Ende des mit bis zu 100 Wirbeln bestückten Schwanzes angegangen.

2008 wurde im zentralen Jordanien jedoch ein kaum anderthalb Meter großes Fossil eines Jungtieres gefunden. Neben den hervorragend erhaltenen Knochen konnten die Paläontologen auch die Umrisse der verschiedenen Flossen freilegen. Bisher gab es keinen Fossilfund mit ähnlich gut erhaltenen Abdrücken.

Besondere Flossenform

Eine künstlerische Darstellung eines Mosasauriers

Stefan Sølberg

Eine künstlerische Darstellung eines Mosasauriers

"Durch diesen einmaligen Fund konnte die bisherige Lehrmeinung widerlegt werden", schreiben die Wissenschaftler in ihrem Artikel. Die Abdrücke zeigen eine hypocerke Schwanzflosse: Das Ende der kräftigen Wirbelsäule biegt sich nach unten und stützt einen Teil der Flosse. Diese stapelte sich in zwei verschieden große Teile auf - eine lange nach unten geformte Flosse und eine kleinere obere Flosse.

Die Form der Flosse macht auch Rückschlüsse auf die Fortbewegung der Mosasaurier im Wasser möglich. Die Schwimmbewegungen des Reptils waren wellenförmig - vergleichbar mit einem Hai. Die größte Antriebskraft ging dabei wohl von dem Schwanz samt Flosse aus. Damit sind sie Meeressauriern wie dem Metriorhynchus und Ichthyosaurier in ihrer Fortbewegung deutlich ähnlicher als bisher angenommen.

science.ORF.at/APA/dpa

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