Standort: science.ORF.at / Meldung: "Mäuse bleiben dauerhaft angstfrei"

Maus sitzt vor Katze

Mäuse bleiben dauerhaft angstfrei

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die besonders häufig bei Katzen, aber auch bei allen anderen Wirbeltieren auftritt. Die Erkrankung hat lediglich bei Mäusen ein eindeutiges Symptom: Sie verlieren ihre Angst vor Katzen. Eine neue Studie hat nun herausgefunden, dass diese Verhaltensänderung nicht reversibel ist.

Toxoplasmose 19.09.2013

Eigentlich ist Toxoplasmose keine schwerwiegende Krankheit. Die meisten infizierten Menschen und Tiere zeigen keine bis leichte Symptome. Einzige problematische Ausnahme ist die Erkrankung schwangerer Frauen, diese kann zu Fehlgeburten und Missbildungen des Ungeborenen führen. Nach einer einmaligen Erkrankung sind Betroffene für den Rest ihres Lebens gegen die krankheitserregenden Toxoplasma Gondii-Parasiten immun.

Neue Details zu alter Studie

2007 hat eine Studie der Universität Stanford allerdings festgestellt, dass infizierte Mäuse keine Angst mehr vor Katzen haben. Eine neue Studie der Universität Berkley hat diese Zusammenhänge noch einmal untersucht und dabei herausgefunden, dass die Angst der Mäuse auch nach der Heilung nicht zurückkommt.

Katze mit Maus am Kopf

Wendy Ingram & Adrienne Greene

Furchtlose Maus auf Katzenkopf.

Bisher sind Forscher davon ausgegangen, dass die Furchtlosigkeit der Mäuse durch eine toxoplasmosebedingte Gehirnentzündung oder Toxoplasma Gondii-Parasiten im Gehirn entsteht. Demnach hätten Mäuse, die wieder gesund sind, auch wieder Angst vor Katzen.

Im Rahmen der aktuellen Studie testete das Team um Wendy Ingram die Tiere aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach der Infektion. Die Angst kehrte nie wieder zurück. Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Veränderungen, die während der Infektion im Gehirn auftreten, permanent sind.

Stefanie Braunisch, science.ORF.at

Mehr zum Thema: