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Waldlichtung

Kalzium hilft Bäumen sich zu regenerieren

Die Nährstoffe, die im Boden zu finden sind, sind eine Lebensgrundlage für Bäume. Eine neue Studie zeigt, dass Kalzium dabei eine besonders wichtige Rolle spielt.

Umwelt 20.09.2013

Bäume leiden doppelt unter Saurem Regen. Einerseits werden sie selbst davon geschädigt, andererseits verlieren die Böden wichtige Nährstoffe. Kalzium scheint dabei einer der wichtigsten Stoffe zu sein. Zusätzliches Kalzium, das diese Verluste ausgleicht, hilft Bäumen sich schneller zu regenerieren.

In New Hampshire an der nördlichen Ostküste der USA ist der Boden leicht säuerlich und Saurer Regen kann die verbleibenden Nährstoffe leicht zersetzen. Eigentlich ist die Erde also kein guter Boden für Bäume. Messungen zufolge findet sich in ihr heute deshalb nur halb so viel Kalzium wie noch in den 1950ern.

Die Studie

"Restoring Soil Calcium Reverses Forest Decline" ist am 19.9. in "Environmental Science and Technology" erschienen.

Forscher der Universität Berkley haben für die neue Studie Teile des Hubbard Brook Experimental Forest, einem Wald für ökologische Forschung - für ihre Forschungszwecke untersucht. Nach der Abgrenzung von zwei Gebieten, deren Waldbestand genau erfasst wurde, verteilten sie 1999 mithilfe eines Hubschraubers Kalziumpellets über einem der beiden Gebiete. Das Kalzium wurde von den Böden aufgenommen, sodass die fehlende Menge zum Maßstab der 1950er ersetzt wurde.

Ersatz statt Zusatz

Der Waldbereich, dessen Kalziumbedarf gedeckt wurde, regenerierte sich bis heute besser. 1998 war der gesamte Wald von einem Sturm beschädigt worden, so dass die Ausgangssituation ideal war für einen Vergleich. Das Waldgebiet mit ausreichend Kalzium hatte 2001 bereits wieder gleichviele Bäume wie vor dem Sturm. Der Bereich, in dem kein Kalzium zugeführt wurde, hatte dieses Niveau auch 2012 noch nicht erreicht.

Die Auswirkungen variieren allerdings zwischen unterschiedlichen Baumarten. Obwohl alle Arten sich schneller regenerierten und junge Bäume in der nährstoffreicheren Erde auch schneller wuchsen, waren die meisten Auswirkungen bei einer Ahornart zu sehen.

Die Resultate könnten auch in Kanada und großen Gebieten Europas zu einer Verbesserung führen, da die Folgen von Sauren Regen in diesen Gebieten ähnlich sind. Die Forscher betonen aber, dass mit dieser Methode kein Dünger zugeführt wird, sondern dass nur verloren gegangene Nährstoffe ersetzt werden.

Stefanie Braunisch, sciene.ORF.at

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