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Peter Higgs

Higgs: "Bin froh, dass alles vorbei ist"

Tagelang war er verschwunden, nun hat sich der frischgebackene Physiknobelpreisträger Peter Higgs (84) erstmals öffentlich zu seiner Auszeichnung geäußert. "Natürlich habe ich mich sehr gefreut", so Higgs bei einer Pressekonferenz in Edinburgh. "Aber ich bin auch froh, dass das endlich alles vorbei ist."

Nobelpreis 11.10.2013

Der britische Physiker hatte die Auszeichnung am Dienstag gemeinsam mit dem Belgier Francois Englert für die Vorhersage des nach ihm benannten Higgs-Feldes und des ebenfalls nach ihm benannten Teilchens zuerkannt bekommen.

"Viele meinen, ich hätte das alleine gemacht"

Higgs sagte, er habe noch nicht entschieden, was er mit dem Geld der Auszeichnung macht. Er befürchte, wegen des Rummels in den nächsten Monaten kaum "Herr über sein eigenes Leben" sein zu können. Sein Name sei eher "zufällig" mit dem Higgs-Teilchen verbunden: "Viele Leute meinen, ich hätte das alles alleine gemacht, aber in Wirklichkeit war es Teil eines theoretischen Programms, das 1960 begann." An der Arbeit seien damals mindestens drei Gruppen von Forschern beteiligt gewesen.

Der Physiker bejahte die Frage, ob auch das Europäische Kernforschungszentrum Cern bei Genf eine Nobel-Ehrung verdient hätte: "Mit Sicherheit." Aber es dürfte für das Nobelkomitee sehr schwer sein, den Physik-Preis an eine Organisation zu verleihen.

Higgs, dessen Vater Techniker bei der BBC war, hat sich nach eigenen Angaben in der Schule eher für Chemie interessiert. Aber der Besuch von Vorlesungen als Student in Bristol über die Nuklearphysik nach dem amerikanischen Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki 1945 habe sein Interesse an der Teilchenphysik geweckt.

science.ORF.at/dpa

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