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Schlafende Frau

Gehirn reinigt sich im Schlaf von "Müll"

Schlaf scheint tatsächlich die beste Medizin zu sein, wie es schon der Volksmund sagt: Laut einer neuen Studie entsorgt das Gehirn beim Schlaf Giftstoffe, die für Alzheimer und andere neurologische Krankheiten verantwortlich sind.

Medizin 18.10.2013

Außerdem fanden die Forscher um Maiken Nedergaard von der Universität Rochester heraus, dass die Gehirnzellen während des Schlafes "schrumpfen". Durch den größeren Zwischenraum zwischen den Zellen könne der zelluläre Abfall noch effizienter beseitigt werden.

Die Studie:

"Sleep Drives Metabolite Clearance from the Adult Brain" von Lulu Xie und Kollegen ist am 18.10.2013 in "Science" erschienen.

Aus dem Gehirn über Blut in die Leber

Die Frage, welchem Zweck der Schlaf dient, fesselt Philosophen und Wissenschaftler seit der Zeit der alten Griechen. Fast jedes Tier - von der Fruchtfliege bis zum Wal - schläft in irgendeiner Weise. Dabei hat Schlaf auch Nachteile, vor allem wenn Raubtiere lauern. Also nahm man an, dass die Ruhephase eine wichtige biologische Funktion erfüllt musste.

Schon länger ist bekannt, dass durch den Schlaf unter anderem Erinnerungen besser gespeichert werden. Das Team um Nedergaard entdeckte nun nach eigenen Angaben ein bisher unbekanntes System der Beseitigung von Abfallprodukten der Zellen, das für das Gehirn zuständig ist. Im restlichen Körper erledigt dies das Lymphsystem, das sich wegen der Blut-Hirn-Schranke nicht auf das Gehirn erstreckt.

Bisher hatten die Forscher darüber gerätselt, wie das Gehirn den zellulären Müll entsorgt - vor allem weil solche Prozesse nur am lebenden Objekt beobachtet werden können. Das wurde erst in den vergangenen Jahren durch neue bildgebende Verfahren möglich. Mit deren Hilfe konnten die Forscher nun an Mäusen das System identifizieren, das dafür sorgt, dass der Zellmüll aus dem Gehirn in den Blutkreislauf und schließlich in die Leber gelangt, wie "Science" berichtete.

science.ORF.at/AFP

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