Standort: science.ORF.at / Meldung: "Zecken "schwimmen" in die Haut"

Zecke auf einem Blatt

Zecken "schwimmen" in die Haut

Auch Zecken können schwimmen - im übertragenen Sinn zumindest. Wenn sie sich in die Haut ihres Opfers bohren, ähneln ihre Bewegungen denen von Brustschwimmern, berichten deutsche Forscher. Sie haben den Gemeinen Holzbock beim Anzapfen von Mäusen gefilmt.

Biologie 30.10.2013

Diese Zeckenart kann die Erreger der gefährlichen Lyme-Borreliose übertragen.

Die Studie:

" How ticks get under your skin – Insertion mechanics of the feeding apparatus of Ixodes ricinus ticks" erscheint am 30. Oktober 2013 in den "Proceedings B" der britischen Royal Society (DOI:10.1098/rspb.2013.1758).

Schwimmen und bohren

Die Mundwerkzeuge des Gemeinen Holzbocks

Dania Richter

Die Mundwerkzeuge des Gemeinen Holzbocks

Die Wissenschaftler der Berliner Charité und der Harvard Universität hatten Zecken auf den Ohren betäubter haarloser Mäuse abgesetzt und dann verfolgt, wie diese sich durch die Haut bohrten. "Die Zecke verbindet ihre Schwimmbewegungen mit dem festen Verankern im Wirt. Wir kennen keinen anderen Organismus, der diese beiden Prozesse so kombiniert", sagte die mittlerweile in Braunschweig arbeitende Biologin Dania Richter, die an den Forschungen federführend beteiligt war.

"Der Vorgang dauert mehrere Minuten. Manchmal geht es auch schneller, wenn die Zecke ganz sicher ist, dass sie den richtigen Wirt gefunden hat." Dann verankere sich das Tier dort für etwa eine Woche, um Blut zu saugen - wenn es nicht vorher entdeckt und entfernt werde.

Schnelles Entfernen wichtig

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Anders als oft vermutet sei es nicht gefährlich, wenn beim Entfernen einer Zecke ein Stück in der Haut steckenbleibe. "Da bricht das Hypostom ab, der mit Widerhaken versehene Unterkiefer. Davon geht keine Gefahr aus, weil da keine Erreger drin sind", sagte die Biologin. Bekannt sei, dass die Erreger der Lyme-Borreliose in den ersten 24 Stunden nach einem Zeckenbiss nur sehr selten übertragen werden. Borreliose könne somit vermieden werden, wenn der Körper regelmäßig auf Zecken abgesucht werde. "Die Zecke sollte sobald wie möglich entfernt werden, die Stelle desinfiziert und dann sollte auf die körperliche Verfassung geachtet werden", empfahl die Expertin.

Typisches Anzeichen für eine Borreliose ist ein roter Hautring, der sich um die Einstichstelle ausbreitet. Weitere Symptome sind Gelenk- und Muskelschmerzen, Lähmungserscheinungen in Armen oder Beinen und Hautveränderungen. Wird die Krankheit nicht frühzeitig erkannt, sind Spätfolgen wie Gelenkentzündungen (Arthritis), Herzmuskel- oder Nervenentzündungen möglich.

science.ORF.at/APA/dpa

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