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Milchstraße mit Spiralarmen

"Planeten wie die Erde sind häufig"

Auch wenn das Weltraumteleskop "Kepler" mittlerweile wegen eines Defekts außer Betrieb ist - seine Daten sorgen nach wie vor für Verblüffung: 22 Prozent der sonnenähnlichen Sterne besitzen laut einer Studie erdähnliche Planeten in der bewohnbaren Zone. Doch nicht alle sind für Leben geeignet.

Milchstrasse 05.11.2013

"Wenn man zu den Tausenden von Sternen am Nachthimmel hochschaut, ist der nächste sonnenähnliche Stern mit einem erdgroßen Planeten in seiner bewohnbaren Zone vermutlich nur zwölf Lichtjahre entfernt und mit dem bloßen Auge sichtbar. Das ist verblüffend!", sagt der Hauptautor der Studie, Erik Petigura von der Universität von Kalifornien in Berkeley. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Die Milchstraße hat ungefähr 100.000 Lichtjahre Durchmesser.

Der inzwischen defekte Planetenjäger "Kepler" der US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte rund 150.000 Sterne auf Planeten untersucht, die von der Erde aus gesehen zufällig gerade vor ihrem Heimatstern vorbeiwandern und ihn damit vorübergehend ganz leicht abdunkeln.

Die Studie

"Prevalence of Earth-size planets orbiting Sun-like stars", PNAS (4.11.2013; doi: 10.1073/pnas.1319909110).

Ö1 Sendungshinweis:

Über die Studie berichtet auch "Wissen Aktuell" am 5. November 2013 um 13.55 Uhr.

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Das Forscherteam hatte darunter 42.000 Sterne identifiziert, die unserer Sonne gleichen oder etwas kleiner und kühler sind. Bei diesen Sternen hatte "Kepler" insgesamt 603 Planetenkandidaten erspäht. Zehn davon sind in etwa erdgroß und umkreisen ihren Stern in der sogenannten bewohnbaren Zone, wo lebensfreundliche Temperaturen herrschen.

Keine Anzeichen für Leben

In der Analyse berücksichtigten die Forscher, dass "Kepler" nicht immer alle Planeten finden kann und die meisten Planetensysteme nicht zufällig gerade so im Raum orientiert sind, dass die Planeten von der Erde aus gesehen regelmäßig direkt vor ihrem Heimatstern vorbeiziehen. Mit diesen Korrekturen ergebe sich eine Quote von 22 Prozent der sonnenähnlichen Sterne, die erdähnliche Planeten in ihrer habitablen Zone besitzen. Das bedeute allerdings nicht, dass alle diese Planeten für Leben geeignet seien, unterstreicht das Team.

"Manche haben vielleicht dichte Atmosphären, durch die es so heiß wird, dass DNA-ähnliche Moleküle das nicht aushalten", erläuterte Co-Autor Geoffrey Marcy von der Universität von Kalifornien in Berkeley. "Andere könnten Gesteinsoberflächen haben, die für lebende Organismen geeignetes flüssiges Wasser halten können." Anzeichen für Leben haben die Wissenschaftler in den "Kepler"-Daten weder gesucht noch gefunden.

"Die Entdeckung des ersten extrasolaren Planeten bei einem normalen Stern ist fast 20 Jahre her", betonte der dritte Co-Autor, Andrew Howard von der Universität von Hawaii. "Seitdem haben wir herausgefunden, dass die meisten Sterne Planeten irgendeiner Größe haben und dass erdgroße Planeten auf engen, für Leben zu heißen Umlaufbahnen relativ häufig sind. Mit dem neuen Ergebnis schließt sich in gewisser Weise der Kreis: Planeten wie unsere Erde sind häufig in der Milchstraße."

science.ORF.at/dpa

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