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Schweif des Meteoriten, der in Russland eingeschlagen ist

So wuchtig wie 30 Atombomben

Gleißend hell und dazu wuchtiger als 30 Hiroshima-Bomben war neuen Studien zufolge die Explosion eines tonnenschweren Meteoriten über Russland. Neun Monate nach der Detonation rufen Forscher dazu auf, sich der Gefahren aus dem Weltall bewusstzuwerden.

Tscheljabinsk-Meteorit 07.11.2013

Der "Meteorit von Tscheljabinsk" ist am 15. Februar dieses Jahres rund 30 Kilometer über der Millionenstadt mit einer Kraft von 500 Kilotonnen TNT zerborsten, wie ein Team um den tschechischen Astronomen Jiri Borovicka im Fachjournal "Nature" schreibt. Zwei weitere zeitgleich veröffentlichte Studien widmen sich ebenfalls einer detaillierten Analyse der spektakulären Meteoritenexplosion.

Spür- und sichtbare Folgen

Links:

Die Studien:

(erschienen am 6. Novemer 2013)

Überreste des Tscheljabinsk-Meteorit

Science/AAAS

Überreste des Tscheljabinsk-Meteoriten

Die Druckwelle des Himmelskörpers hatte rund 7.000 Gebäude in der Region am Ural beschädigt. Zerplatzte Fensterscheiben verletzten etwa 1.500 Menschen. "Das Ereignis erinnert uns daran, welche Schäden solche Steine verursachen können - und da draußen treiben noch weitaus größere Brocken", sagte Borovicka von der tschechischen Sternwarte Ondrejov der Nachrichtenagentur dpa.

Flugbahn des Meteoriten

Jiri Borovicka

Flugbahn des Tscheljabinsk-Meteoriten.

Laut der Wissenschaftlerin Olga Popowa von der Russischen Akademie der Wissenschaften löste die Detonation auch eine Hitzewelle über Tscheljabinsk rund 1.500 Kilometer östlich von Moskau aus. "Zahlreiche Menschen klagten über Hautreizungen im Gesicht", berichtet die Forscherin in "Science". Der Lichtblitz der Explosion sei 30-mal heller gewesen als die Sonne.

Ö1 Sendungshinweis:

Über die neuen Erkenntnisse berichtete auch Wissen Aktuell am 7.11. um 13.55 Uhr.

Popowa zufolge hatte der Fels aus dem All einen Durchmesser von etwa 20 Metern und ein Gewicht von schätzungsweise 10.000 Tonnen. Mindestens 76 Prozent des Meteoriten seien bei der Explosion verdampft, der größte Splitter sei in den örtlichen Tschebarkul-See gefallen. Dort hatten Taucher vor kurzem ein rund 600 Kilogramm schweres Bruchstück aus dem Wasser gezogen. Der Brocken sei vermutlich eines der zehn größten Fragmente eines Himmelskörpers, das bisher gefunden wurde, schätzte der Forscher Sergej Samosdra.

Gefahr aus dem All

Einschlagloch des Tscheljabinsk-Meteoriten

Eduard Kalinin

Einschlagloch des größten verbliebenen Stücks des Tscheljabinsk-Meteoriten

"Mit dem Asteroiden 86039 nähert sich derzeit ein ähnlicher Stein wie der Meteorit von Tscheljabinsk der Erde", so der Astronom Borovicka. Aufgrund der Flugbahn und der Struktur vermute er, dass beide Himmelskörper einmal Teil eines riesigen Brockens im All gewesen seien. Eine Gefahr bestehe aber nicht. "Er wird vermutlich im Frühjahr in sicherer Entfernung an der Erde vorbeifliegen."

Die Menschheit sei sich der Gefahren aus dem Weltall dennoch weiterhin nicht genügend bewusst, wie der kanadische Forscher Peter Brown hinzufügt. Sogar die meisten Wissenschaftler seien sich nicht im Klaren darüber, welch große Schäden bereits ein solch "kleiner" Stein wie der "Meteorit von Tscheljabinsk" anrichten könnte, schreibt der Astronom von der University of Western Ontario in einem weiteren "Nature"-Beitrag. "Derzeit beobachten wir nur etwa 500 Objekte mit einem Durchmesser zwischen 10 und 20 Metern in Erdnähe." Daneben gebe es aber Tausende kleinere Himmelskörper, die gefährlich werden könnten.

Wolfgang Jung, dpa

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