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Blick auf das Meer

Hoher Meeresspiegel macht Stürme gefährlicher

Der Anstieg des Meeresspiegels hat laut der Weltwetterorganisation WMO heuer einen neuen Rekord erreicht. Die Tendenz macht Küstengebiete zunehmend anfällig für Stürme wie den Taifun "Haiyan", der zuletzt die Philippinen heimgesucht hat, warnte die Organisation.

Klimawandel 13.11.2013

"Auch wenn einzelne tropische Wirbelstürme nicht direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden können, machen höhere Meeresspiegel die Küstenbevölkerung anfälliger für Sturmfluten", erklärte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud. Dies sei "mit tragischen Konsequenzen" auf den Philippinen zu sehen gewesen.

Viele Experten glauben, dass mit dem Klimawandel Wetterextreme häufiger werden. Allerdings ist der genaue Zusammenhang von Wirbelstürmen und der Klimaveränderung umstritten.

2013: Wieder ein warmes Jahr

Mit derzeit 3,2 Millimeter pro Jahr sei der Anstieg doppelt so hoch wie im Schnitt des 20. Jahrhunderts, schrieb die Weltorganisation für Meteorologie in ihrem Zwischenbericht zu 2013, der am Mittwoch in Genf vorgestellt wurde.

Nach WMO-Angaben stieg der Anteil klimaschädlicher Gase um 2,2 Teile von einer Million (ppm) auf einen neuen Rekord von 393,1 Teile von einer Million. Dies bedeute einen Anstieg um 41 Prozent seit Beginn der Industriellen Revolution 1750. "Wir erwarten, dass sie 2013 erneut ein beispielloses Niveau erreichen. Dies bedeutet, dass uns eine wärmere Zukunft bevorsteht", erklärte Jarraud.

Demnach lagen die ersten neun Monate 2013 auf dem Niveau von 2003 und zählten damit zu den sieben wärmsten Perioden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1850.

Poleise wachsen

In zahlreichen Regionen wurden überdurchschnittliche Temperaturen verzeichnet. So gab es große Hitze in Australien, Nordamerika, im Nordosten von Südamerika, Nordafrika sowie weiten Teilen Eurasiens. Die weltweite Oberflächentemperatur lag um 0,48 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Zeit von 1961 bis 1990. Allerdings erholte sich das Meereseis in der Arktis leicht von der dramatischen und beispiellosen Schmelze vergangenes Jahr. In der Antarktis wuchs das Meereseis sogar auf eine Fläche von 19,47 Millionen Quadratkilometern.

Eine Ausdehnung der Eisfläche in der Antarktis ist jedoch kein Grund zur Beruhigung. Jarraud warnte, dass der Meeresspiegel aufgrund des Schmelzens der Gletscher und der Eiskappen weiter steigen werde. 90 Prozent der Erderwärmung, die durch den Ausstoß von Kohlendioxid und anderer klimaschädlicher Gase verursacht wird, würden durch die Ozeane aufgenommen, die sich daher noch über Jahrhunderte weiter erwärmen und ausdehnen würden, sagte der WMO-Chef. Der Bericht wurde anlässlich der UNO-Klimakonferenz in Warschau vorgestellt, die am Montag begonnen hatte.

science.ORF.at/AFP

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