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Preprints: Die Antwort der Biologen

Der Preprintserver "arXiv" ist seit mehr als 20 Jahren Anlaufstelle für noch unveröffentlichte Manuskripte im Bereich der Physik. So eine offene Plattform hätten die Biologen auch gerne. "bioRxiv" könnte diese Hoffnung erfüllen.

Open Access 15.11.2013

Der neue Preprintserver des Cold Spring Harbor Laboratory (CSHL) ging vor vier Tagen online, die Einreichung von Papers ist kostenlos, wenngleich dort nicht alles und jedes veröffentlicht wird. Thematisch ist "bioRxiv" auf die Biowissenschaften fokussiert, Medizin wird laut Eigendefinition nicht angenommen (ausgenommen genetische Arbeiten).

Ebenso Wissenschaft, die ihren Namen nicht verdient. "Wir wollen nicht, dass das Unternehmen scheitert, weil wir jede Menge Mist publizieren", sagt der CSHL-Pressechef John Inglis. Um sicherzustellen, dass dieser draußen bleibt, sichten mehr als 40 Wissenschaftler das Material, bevor es auf der Website erscheint.

Interessant ist das Konzept der Kategorisierung. Wer auf "BioRxiv" publizieren will, muss nicht nur das Arbeitsgebiet, sondern auch die Ergebnisse beschlagworten. Für letzteres gibt es drei Möglichkeiten: "neue", "bestätigende" oder "widersprechende Resultate". Das könnte zu einer Fundgrube für Wissenschaftsforscher werden.

"BioRxiv" ist freilich nicht der erste Versuch, einen Preprintserver für Biologie zu etablieren. Ähnliches haben bereits "F1000 Research" und "PeerJ PrePrints" verfolgt. Auch die "Public Library of Science" und "Nature" wurden schon vor einigen Jahren aktiv, wenngleich nur mäßig erfolgreich. "PLOS Currents" hat sich mittlerweile in ein ganz normales Online-Journal verwandelt, "Nature Precedings" wurde letztes Jahr eingestellt.

Robert Czepel, science.ORF.at

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