Standort: science.ORF.at / Meldung: "137 Schutzgebiete entscheiden über Artenerhalt"

Galapagos-Inseln

137 Schutzgebiete entscheiden über Artenerhalt

Forscher haben die wichtigsten Naturschutzgebiete der Welt identifiziert. Knapp die Hälfte von ihnen gehört bisher nicht zum Weltnaturerbe, das die UNESCO auswählt. Die 137 Naturschutzgebiete, zu denen unter anderem die Galapagos-Inseln zählen, sind nach Forschermeinung unersetzlich für die Artenvielfalt der Erde.

Artenvielfalt 15.11.2013

Unersetzliche Gebiete

Die Studie in "Science":

"Protected Areas and Effective Biodiversity Conservation" von S. Le Saout et al., erschienen am 15. November 2013.

Die Wissenschaftler untersuchten 173.463 Naturschutzgebiete auf ihre Bedeutung für den Schutz von Tieren, die auf der "Roten Liste der bedrohten Arten" stehen. Auf dieser befinden sich derzeit 21.419 Säugetiere, Vögel und Amphibien. Rund 4.300 von ihnen sind global vom Aussterben bedroht. "Wir haben insgesamt 137 Schutzgebiete auf einer Fläche von 1,7 Millionen Quadratkilometer als unersetzlich für die Artenvielfalt unser Erde ausgemacht", schrieb das Team um Soizic Le Saout und Ana Rodrigues vom Centre d'Ecologie Fonctionnelle et Evolutive in der französischen Stadt Montpellier.

Geografische Schwerpunkte sind die Regenwälder, Inseln und Gebirge in Afrika, Lateinamerika und Südostasien. Zu diesen Gebieten gehören auch die natürlichen Lebensräume von 627 bedrohten Arten, die nur in einer sehr kleinen Region der Erde vorkommen. So leben die rund 700 letzten Laysan-Enten (Anas laysanensis) nur auf der gleichnamigen Hawaii-Insel und 13 Amphibienarten gibt es nur im Canaima National Park in Venezuela. Europäische Naturschutzgebiete stehen nicht auf der Liste.

Zu wenig Schutz

Mit ihrer Analyse wollen die Forscher zu einem besseren Schutz der bedrohten Tierarten beitragen und auf die Bedeutung der einzelnen Regionen aufmerksam machen. Zwar gehören einige Schutzgebiete wie die Galapagos Inseln oder der Manu National Park in Peru bereits zum UNESCO Weltnaturerbe, aus Sicht der Forscher ist das aber zu wenig. "Alle Regionen auf unserer Liste hätten diesen Status verdient. Beispielsweise ist Kolumbiens Nationalpark Sierra Nevada de Santa Marta bisher kein Welterbe. Nach unserer Analyse leben hier besonders viele bedrohte Arten."

Auch das Management in vielen Nationalparks kritisieren die Wissenschaftler als oft ineffektiv. Gründe dafür seien kleine Budgets, zu wenig Personal, kaum Unterstützung seitens der Politik und große Problem mit Wilderern.

science.ORF.at/APAdpa

Mehr zum Thema: