Standort: science.ORF.at / Meldung: "Bunker wird zum Museum"

Soldaten in Gefechtsposition während einer Übung des österreichischen Bundesheeres

Bunker wird zum Museum

Ein Relikt aus dem Kalten Krieg, als die Blöcke des Warschauer Paktes und der NATO Österreich umgaben, hat im Burgenland Jahrzehnte überdauert. Der Bunker "Ungerberg 3" vom Truppenübungsplatz Bruckneudorf soll nun musealen Zwecken dienen.

Kalter Krieg 23.12.2013

Die Lage des neutralen Österreich zwischen den Militärbündnissen führte zur Entwicklung des Raumverteidigungskonzepts. Es sah für den Fall eines Einmarsches fremder Truppen vor, den Gegner beispielsweise durch Angriffe auf Nachschubwege zu zermürben. Schlüsselzonen sollten durch die Befestigung mit Bunkersystemen und Sperranlagen für die Verteidigung vorbereitet werden.

In Ostösterreich gab es solche Verteidigungslinien von der Donau zum Leithagebirge und im Raum Eisenstadt. Der Bunker Ungerberg 3, ein sogenanntes Großwerk, wurde in den Jahren 1959 und 1960 errichtet, erläuterte Major Alexander Kovacs vom Militärkommando Burgenland. Die Anlage sollte die darin befindlichen Soldaten vor dem Beschuss durch Artillerie und Panzer schützen. Dazu wurde sie mit einer zweieinhalb Meter dicken Betonschicht umgeben.

Die Bauten entlang der Verteidigungslinien waren mit Panzergeschützen bestückt und wurden von den Wallmeistern betreut. Änderungen in der Kriegsführung und der Fall des Eisernen Vorhangs besiegelten schließlich auch das Schicksal der Bunkerlinien: 1994 wurde mit der Stilllegung begonnen.

Zunächst wurden die Bunker außerhalb militärischer Liegenschaften desarmiert - Panzerkanonen und -türme wurden entfernt. Dann begann der Verkauf. Die Anlagen fanden die unterschiedlichste Verwendung - vom Unterstand für Jäger bis zum Raum zum Schwammerlzüchten, so Kovacs.

Große Bunker wurden teilweise weiterhin für Übungen genützt. Die Anlage Ungerberg zeige, wie eine Verteidigungslinie zur Zeit des Kalten Krieges vorbereitet war, so Kovacs. Sie soll nun vom Heeresgeschichtlichen Museum übernommen und weiter in der Originalausstattung erhalten werden.

science.ORF.at/APA

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