Standort: science.ORF.at / Meldung: "Hunde spüren das irdische Magnetfeld"

Zwei Hunde stehen sich auf grüner Wiese gegenüber, der rechte wedelt

Hunde spüren das irdische Magnetfeld

Mit einer ungewöhnlichen Beobachtungsserie haben Wissenschaftler festgestellt, dass Hunde einen Magnetsinn haben und sich daher womöglich besonders gut orientieren können. Die Forscher haben Beobachtungen von Hundebesitzern ausgewertet, während deren Vierbeiner leinenlos im freien Gelände Blase oder Darm entleerten.

Orientierung 03.01.2014

Dabei ging es den Wissenschaftlern von der Universität Duisburg-Essen (UDE) sowie der Tschechischen Agraruniversität Prag darum, wie die 70 Hunde unterschiedlicher Rassen bei der Erledigung des "Geschäfts" ihre Körper ausrichteten.

Nord-Süd-Ausrichtung

Die Studie in "Frontiers of Zoology":

"Dogs are sensitive to small variations of the Earth's magnetic field" von Vlastimil Hart et al., erschienen am 27 December 2013.

Insgesamt werteten die Forscher mehr als 7.000 Beobachtungen aus, die von den Hundebesitzern zusammengetragen worden waren - einschließlich der Umweltbedingungen, Lokalität, Tageszeit und Bekanntheit des Terrains für den jeweiligen Hund. Die anschließende statistische Analyse sei allerdings zunächst ernüchternd gewesen, erklärte der UDE-Wissenschaftler Hynek Burda. "Sie schienen keine bestimmte Körperausrichtung während des großen oder kleinen Geschäftes zu bevorzugen."

Doch dann machten die Forscher nach eigenen Angaben eine überraschende Entdeckung: Sie sortierten die gesammelten Daten ein weiteres Mal unter Berücksichtigung der Schwankungen des Erdmagnetfeldes im Zeitraum der Datenerhebung. Diese unregelmäßigen, winzigen Änderungen der Intensität und Richtung der Feldlinien werden von Magnet-Observatorien registriert und im Internet veröffentlicht.

"Das ergab ein ganz neues Bild, das eindeutig und höchst erstaunlich zugleich ist", berichtete Burda. "Die Hunde richteten sich nämlich sehr wohl vorzugsweise entlang der magnetischen Nord-Süd Achse aus. Allerdings taten sie dies nur in den Phasen, in denen das Erdmagnetfeld ruhig war. Auch unsere beliebten Vierbeiner besitzen also nachweislich eine Magnetwahrnehmung." Ähnliche Eigenschaften haben die UDE-Zoologen nach eigenen Angaben zuvor bereits bei grasenden Kühen, jagenden Füchsen oder landenden Wasservögeln festgestellt.

science.ORF.at/AFP

Mehr zum Thema: