Standort: science.ORF.at / Meldung: "Menschen in Paarbeziehung weniger sportlich"

Ein Jogger und ein Radfahrer vor einem blauen Himmel.

Menschen in Paarbeziehung weniger sportlich

Wer in einer Paarbeziehung lebt, treibt weniger Sport. Bei Verheirateten lässt die Sportbegeisterung erst recht nach, berichten deutsche Forscher. Sie sehen ihre Studie als Bestätigung der "Heiratsmarkt-Hypothese".

Gesellschaft 21.01.2014

"Männer und Frauen in stabilen Partnerschaften müssen ihre Attraktivität nicht mehr auf dem Heiratsmarkt unter Beweis stellen", erklärte Ingmar Rapp vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zu den Gründen für die abflauenden Sportaktivitäten.

Die Studie:

"The impacts of marriage, cohabitation and dating relationships on weekly self-reported physical activity in Germany: A 19-year longitudinal study" wurde in der Fachzeitschrift "Social Science & Medicine" veröffentlicht (DOI:10.1016/j.socscimed.2013.09.024).

Beziehung führt zu weniger Sport

Die Studie stützt sich auf Daten des sogenannten Sozioökonomischen Panels (SOEP). Ausgewertet wurden Angaben von rund 11.000 Männern und Frauen. In der Langzeitstudie SOEP werden jedes Jahr mehrere tausend Menschen zu Themen wie Einkommen, Bildung, Gesundheit, Lebenszufriedenheit und Parteineigung befragt.

Egal ob die befragten Paare in getrennten Wohnungen lebten, ob sie zusammen wohnten oder verheiratet waren - sie trieben weniger Sport als zu der Zeit, als sie noch Singles waren. Besonders stark ließ die Sportbegeisterung demnach bei Ehepaaren nach. Am wenigsten vernachlässigten Männer und Frauen in Partnerschaften ohne gemeinsamen Haushalt ihre sportlichen Aktivitäten.

Zeitfaktor nicht relevant

Diese Ergebnisse sprechen für die sogenannte Heiratsmarkt-Hypothese der Soziologen. Demnach lässt die sportliche Aktivität von Männern und Frauen umso stärker nach, je stabiler eine Beziehung ist. In ihren Berechnungen hatten die Forscher auch andere mögliche Erklärungen überprüft. "Dass Menschen in Beziehungen weniger frei verfügbare Zeit für sich haben, kann den Rückgang der sportlichen Aktivität nicht erklären", erklärte Co-Autor Björn Schneider.

Allerdings zeigen die Daten auch, dass verheiratete Männer ab einem Alter von etwa Mitte 50 wiederum nicht weniger Sport treiben. Das könnte nach Ansicht der Forscher daran liegen, dass die Frauen sich dann stärker um die Gesundheit des Partners sorgen und ihn eher zur Bewegung motivieren. Umgekehrt scheint dies nicht der Fall: Bei Frauen führt die Ehe bis ins hohe Alter dazu, dass sie weniger Sport treiben.

science.ORF.at/AFP

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