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Kirinia Roxelana, ein Schmetterling von der Seite

Klimawandel vertreibt Schmetterlinge

Wegen des Klimawandels könnten Naturschutzgebiete auf lange Sicht nicht mehr jene Arten beherbergen, für deren Schutz sie bestimmt wurden. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam mit Wiener Beteiligung, das die Artenvielfalt von Schmetterlingen in einem griechischen Nationalpark untersucht hat.

Naturschutzgebiete 30.01.2014

Ausgangspunkt der Studie war die Diplomarbeit von Andrea Grill, mittlerweile am Department für Tropenökologie und Biodiversität der Tiere der Universität Wien beschäftigt, die 1998 die Artenzusammensetzung von Schmetterlingen im griechischen Dadia National Park erhoben hat.

Die Studie:

"Signals of Climate Change in Butterfly Communities in a Mediterranean Protected Area" von Konstantina Zografou und Kollegen ist am 29.1. in "PLOS ONE" erschienen.

Griechische Biologen führten 2011 und 2012 in dem in den Rhodopen im Nordosten des Landes gelegenen Schutzgebiet an exakt denselben Plätzen eine Folgestudie durch.

Mehr Arten, die Wärme lieben

Zwischen 1998 und 2011 stieg die Jahresdurchschnittstemperatur im Untersuchungsgebiet um knapp ein Grad Celsius. Die Schmetterlinge reagierten relativ rasch auf diese Veränderung. "Die Artengemeinschaften verschob sich eindeutig zugunsten wärmeliebender Arten aus dem Flachland", erklärte Grill.

Arten, die hauptsächlich in höheren Lagen verbreitet sind und kühlere Habitate bevorzugen, seien dagegen seltener geworden. Zu den nun häufigeren, wärmeliebenden Arten zählen Augenfalter, wie der Große Waldportier (Hipparchia fagi) und das Schattensandauge (Kirinia roxelana), die ihre Anzahlen verdoppelten.

Bei ähnlichen Trends für andere Tiergruppen bzw. andere Schutzgebiete müsste nach Ansicht der Wissenschaftler der Artenschutz in Nationalparks neu überdacht werden. Die Erkenntnis, dass Ökosysteme sich ständig wandeln, sei essenziell im modernen Naturschutz, betonen die Forscher.

science.ORF.at/APA

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