Standort: science.ORF.at / Meldung: "Mehr Überschwemmungen an Küsten "

Überflutete Wohnhäuser in Australien

Mehr Überschwemmungen an Küsten

Laut einer Studie wird es in Küstenregionen bis zum Ende dieses Jahrhunderts häufig zu Überschwemmungen kommen. Von jährlichen Überflutungen könnten demnach zwischen 0,2 und 4,6 Prozent der Weltbevölkerung betroffen sein.

Prognose 04.02.2014

Unter Berücksichtigung von vier verschiedenen Klimamodellen haben Wissenschaftler Szenarien für die Entwicklung der Meeresspiegel auf globaler und regionaler Ebene berechnet.

Bis zum Jahr 2100 sei demnach mit einem Anstieg zwischen 25 und 123 Zentimeter zu rechnen - was bedeuten könnte, dass im extremsten Szenario jedes Jahr bis zu 4,6 Prozent der Weltbevölkerung mit Hochwassern zu kämpfen hätten, so die Forscher in der Fachzeitschrift "PNAS".

Die Studie

"Coastal flood damage and adaptation costs under 21st century sea-level rise", PNAS (3.2.2014; doi: 10.1073/pnas.1222469111).

Das könnte wiederum zu Einbußen in der globalen Wirtschaftsleistung zwischen 0,3 und 9,3 Prozent führen, so die Analyse, an der u.a. Ben Marzeion vom Institut für Geographie der Universität Innsbruck beteiligt war. Man benötige nun entsprechende Strategien zum Schutz der betroffenen Regionen, schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Präventivkosten: Bis zu 50 Mrd. Euro

Die Anstrengungen müssten allerdings beträchtlich sein: Laut den Projektionen könnten im Jahr 2100 die jährlichen Kosten für die Errichtung neuer und Instandhaltung alter Deichanlagen zwischen 12 und 71 Mrd. Dollar (zwischen 8,9 und 53,5 Mrd. Euro) betragen. Die Entwicklung von Anpassungsstrategien hätte laut Studie den größten Einfluss darauf, wie groß die Folgen von Hochwassern sein werden.
 
Langfristig ausgelegte Maßnahmen zum Schutz von Küstenregionen sollten daher eine zentrale Rolle im Umgang mit den drohenden Veränderungen spielen, so die Forscher. Dabei gelte es aber zu berücksichtigen: Je mehr Menschen und Infrastruktur an den Küsten von Schutzmaßnahmen abhängig sind, desto größer ist das Ausmaß der Katastrophen, sofern die Schutzvorrichtungen versagen.

science.ORF.at/APA

Mehr zu diesem Thema: