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Bauch eines Mannes

Kälteres Klima gut für Dickmacher-Bakterien

Ist es kalt, braucht man eine dickere Isolierschicht. Dieses Prinzip scheint auch für die menschliche Verdauung zu gelten, berichten US-Forscher. Laut ihrer Studie haben Menschen im kalten Norden mehr Vertreter jenes Bakterienstamms im Darm, der zu Übergewicht führen kann.

Darmflora 12.02.2014

Der evolutionäre Vorteil: Lebewesen mit höherem Gewicht geht prozentual weniger Wärme verloren, weil bei ihnen das Verhältnis zwischen Oberfläche und Volumen günstiger ist.

Die Studie:

"Geographic variation of human gut microbial composition" ist am 12. Februar 2014 in den "Biology Letters" der britischen Royal Society erschienen (DOI:10.1098/rsbl.2013.1037).

Zwei Bakterienstämme

Taichi Suzuki von der University of California in Berkeley und Michael Worobey von der University of Arizona in Tucson hatten die Daten von 1.020 Probanden aus 23 Ländern sechs zurückliegender Studien berücksichtigt.

Im Fokus standen dabei zwei Bakterienstämme im menschlichen Darm, die das Gewicht eines Menschen mitbestimmen: Firmicutes und Bacteroidetes. Studien hatten zuvor gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für krankhaftes Übergewicht mit steigendem Anteil von Firmicutes- und schwindendem Anteil von Bacteroidetes-Bakterien zunimmt.

Hocheffiziente Firmicutes

Ö1 Sendungshinweis:

Darüber berichtet auch Wissen Aktuell am 12.2. um 13:55.

Bei der Datenanalyse ergab sich ein Zusammenhang zwischen Breitengrad des jeweiligen Wohnortes und Firmicutes-Anteil: Je kühler die Wohnregion eines Probanden, desto mehr der winzigen "Dickmacher" hatte er im Mittel im Verdauungstrakt. Der Anteil an Bacteroidetes sank, wenn auch nicht in gleicher Stärke.

Die hocheffizienten Firmicutes können fast alle Nahrungsbestandteile in nahrhafte Zucker- und Fettmoleküle umwandeln. Selbst Ballaststoffe werden fast vollständig genutzt. In der Folge legen Menschen mit höherem Firmicutes-Anteil im Darm eher an Gewicht zu, erläutern die Forscher. "Die effektive Fettverbrennung und die Umwandlung von Nährstoffen ist für Bewohner kälterer Regionen wichtiger als in wärmeren Klimazonen."

science.ORF.at/APA/dpa

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