Standort: science.ORF.at / Meldung: "Dinos wurden erst bunt und hoben dann ab "

Urvogel Archaeopteryx flattert in einem bewaldeten Seengebiet

Dinos wurden erst bunt und hoben dann ab

Dinosaurier trugen Federn, lange bevor sie das Fliegen lernten. Wie Forscher nun herausgefunden haben, wurde das Gefieder auch bunter, bevor sich die Tiere in die Lüfte erhoben. Darauf lassen Pigmentstrukturen schließen.

Pigmentierung 13.02.2014

Das ergab eine Untersuchung der Pigmentkörperchen unter anderem in den Pigmentzellen der Maniraptora - jener Gruppe von Dinosauriern, aus denen die Vögel hervorgingen. Der erweiterten Farbenvielfalt liege vermutlich eine physiologische Veränderung zugrunde, die auch den Energiestoffwechsel der Tiere beeinflusst hat.

Von Form zu Farbe

Die Studie in "Nature":

"Melanosome evolution indicates a key physiological shift within feathered dinosaurs" von Quanguo Li et al., erschienen am 13. Februar 2014.

Julia Clarke von der University of Texas in Austin und ihre Mitarbeiter hatten die Form der Pigmentkörperchen in zahlreichen lebenden Tieren wie Vögeln, Säugetieren und Reptilien sowie bei ausgestorbenen Vertretern von Eidechsen, Schildkröten, Dinosauriern und Flugsauriern untersucht. Die Pigmentkörperchen, auch Melanosomen genannt, sind im Inneren der Pigmentzellen zu finden. Ihn ihnen lagert Melanin, das eine Färbung von Haut, Federn oder Haaren bewirkt.

Saurierfossile und Melanosome

CLarke et al.

Der Vergleich zweier Fossile zeigt die unterschiedliche Form der Melanosome.

Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass sich bei Vögeln von der Form der Melanosomen auf die Farbe der Federn rückschließen lässt. Einige Wissenschaftler hatten diesen Zusammenhang zugrunde gelegt, um etwas über die Färbung von Dinosauriern herauszufinden. Seit wann es diesen Zusammenhang gibt, ob er mit der Entstehung moderner Federn oder auch bei anderen Strukturen wie Haaren oder federähnlichen Hautanhängen entstand, sei aber bisher nicht untersucht, schreiben die Forscher um Clarke.

Veränderter Stoffwechsel

Sie fanden nun, dass bei den Maniraptora die Formenvielfalt der Melanosomen erheblich anstieg, und zwar nahe dem Zeitpunkt, an dem auch die modernen Federn entstanden. Das sind die typischen Vogelfedern mit einem Schaft und verzweigten Seitenästen. Auch die Entwicklung von Haaren bei Säugetieren ging mit einem solchen Anstieg der Melanosomen-Vielfalt einher.

Bei beiden Gruppen lässt sich anhand der Form der Melanosomen auf die Farbe der Federn beziehungsweise der Haare schließen, berichten die Forscher weiter. Bei heute lebenden Schildkröten oder Krokodilen und bei anderen Dinosaurier-Gruppen fanden sie hingegen keinen Zusammenhang zwischen Form und Farbe.

Vermutlich habe es bei den Maniraptoren und den Säugetieren eine zentrale Veränderung im sogenannten Melanocortin-System gegeben, was wiederum die Physiologie der Maniraptoren vor der Entstehung der Flugfähigkeit verändert habe. Das Melanocortin-System ist ein Regelkreis im Gehirn, der bei Säugetieren und Vögeln sowohl die Melanin-basierte Farbgebung als auch verschiedene energetische Prozesse steuert, etwa die Stoffwechselrate und die Nahrungsaufnahme.

science.ORF.at/APA/dpa

Mehr zum Thema: