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Ein chinesische Fahne, dahinter ein von Smog umhülltes Gebäude in Peking

Luftverschmutzung wie "im nuklearen Winter"

Verheerender Smog raubt Hunderten Millionen Menschen im Norden und Osten Chinas den Atem. Erstmals gab es am Mittwoch aber Hoffnung, dass der Wind durch eine heranrückende Kaltfront die hohen Schadstoffkonzentrationen wegwehen könnte.

Smog in China 26.02.2014

Die Auswirkungen des anhaltenden Smogs, der die Sonne nicht durchkommen lässt, vergleichen chinesische Wissenschaftler mit einem "nuklearen Winter". Sie warnen eindringlich vor Ernteausfällen.

WHO-Grenzwert 23-fach überschritten

In Peking stiegen die Schadstoffwerte am Mittwoch über die kritische Marke von 500, wo der Index normalerweise aufhört. In der Nacht wurde in der chinesischen Hauptstadt für den besonders gefährlichen Feinstaub der Spitzenwert von 577 gemessen. Das entspricht dem 23-fachen des von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Werts.

Für rund 400 Millionen Menschen in sechs Provinzen sowie in Peking und Tianjin gilt die zweithöchste Alarmstufe "Orange". Die Schadstoffe werden von China sogar bis in die südkoreanische Hauptstadt Seoul herübergeweht. Viele Chinesen schützten sich mit Atemschutzmasken. "Wir waren gestern ausverkauft", sagte die Verkäuferin in der Apotheke. "Heute früh kam Nachschub."

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Über dieses Thema berichtet auch "Wissen aktuell", 26.2.2014, 13:55 Uhr.

Überfüllte Krankenhäuser

"Wir haben viele Kinder mit Atemwegsleiden", sagte die Ärztin einer internationalen Klinik der Nachrichtenagentur dpa. "Aber wenn der Smog so lange anhält, fühlt jeder die Auswirkungen - sei es durch Kratzen im Hals, Husten oder andere gesundheitliche Probleme." In vielen Krankenhäusern der Hauptstadt drängten sich die Patienten. Vor allem Ältere, kleine Kinder oder Menschen mit Asthma oder Herz- und Kreislaufproblemen litten unter den Schadstoffkonzentrationen.

Der Vergleich mit dem "nuklearen Winter" sorgte in China für Aufsehen. Wie bei der Verdunkelung und Abkühlung der Erdatmosphäre durch Staub und Rauch nach einem Atomschlag bekämen Pflanzen auch durch Smog weniger Sonnenlicht, wodurch die Ernte "auf jeden Fall" beeinträchtigt werde, sagte He Dongxian, Dozentin von Chinas Landwirtschaftsuniversität, der Nachrichtenagentur dpa in Peking.

"Photosynthese wird geschwächt"

"Bei einem Smogtag wird die Sichtweite reduziert - das heißt, die Lichtstärke für Pflanzen wird verringert", schilderte die Forscherin. "Die Photosynthese wird geschwächt, was großen Einfluss auf das Wachstum nicht nur der Blätter, sondern auch der Samen und der Früchte hat." Dadurch verschlechtere sich nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der Ernte.

"Besonders im Winter und Anfang des Frühjahrs nimmt der Smog zu, was vor allem die landwirtschaftliche Produktion in Glashäusern stark beeinträchtigt." Mit anderen Wissenschaftlern unternimmt He Dongxian entsprechende Experimente mit Saatgut: "Da wir so viele Smogtage hatten, hat die Saat, die wir im Jänner gepflanzt haben, noch nicht gekeimt, obwohl sie normalerweise schon sprießen müsste."

science.ORF.at/dpa

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