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Satellitenbild des Hurrikans Katrina

Windkraftwerke können Hurrikans zähmen

Windturbinen, die in großen Windparks vor den Küsten stehen, liefern nicht nur saubere Energie. Sie können auch Wirbelstürme abschwächen, die vom Meer kommend aufs Land treffen.

Klima 26.02.2014

Das zeigen Simulationen einer Forschergruppe um den Umwelttechniker Mark Jacobson von der Stanford University.

Als Beispiele nahmen die Forscher drei prominente Hurrikans der letzten Jahre: Wirbelsturm Katrina, der 2005 Teile von New Orleans zerstörte, Isaac, der 2012 auf die Küste von Florida traf, und Sandy, der 2012 New York heimsuchte. Die Modellberechnung zeigte, wie sich Offshore-Windparks mit mehreren zehntausend Turbinen vor der US-Küste auf die Wirbelwinde ausgewirkt hätten.

Die Studie:

"Taming Hurricanes with Arrays of Offshore Wind Turbine" von Mark Jacobson und Kollegen ist am 26.2.2014 in "Nature Climate Change" erschienen.

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Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell am 26.2., 13:55 Uhr.

Katrina, Sandy und Isaac als Kronzeugen

Ergebnis: Die Windturbinen entziehen den Hurrikans an ihren Rändern Energie und schwächen sie dadurch ab. Laut den Forschern hätten die Turbinen die Geschwindigkeit von Sandy um 140 km/h und Katrina sogar um 150km/h reduzieren können. Zum Vergleich: Katrina erreichte Spitzengeschwindigkeiten von über 250 km/h.

Doch nicht nur der Wind würde schwächer werden, sondern auch die Meereswellen, die er auslöst. Laut Berechnung hätte sich New Orleans fast 80 Prozent der Sturmfluten erspart, wären an den Küsten Windturbinen gestanden. Effekte - wenn auch in geringerem Ausmaß - hätte es auch mit bereits existierenden Windparks gegeben, die im Schnitt aus einigen Dutzend Windkraftanlagen bestehen.

Die Turbinen selbst hätten keinen Schaden durch einen Hurrikan genommen, versichern die Forscher. Üblicherweise drehen sie sich nur bis zu einer maximalen Windgeschwindigkeit. Wird sie überschritten, dann blockieren die Rotoren und die Anlage schaltet in einen Sicherheitsmodus. Diese Schwelle wäre aber bei Katrina, Isaac und Sandy nicht erreicht worden - weil die Turbinen durch die Windreduktion für ihren eigenen Schutz gesorgt hätten.

Lukas Wieselberg, science.ORF.at

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