Standort: science.ORF.at / Meldung: "Viele Marsmeteoriten älter als gedacht"

Der Marsmeteorit Tissint

Viele Marsmeteoriten älter als gedacht

Rund 150 Meteoriten vom Mars sind bisher auf der Erde gefunden worden. Viele sind offenbar deutlich älter als gedacht: mehr als 4.000 Millionen Jahre statt maximal 600 Millionen. Viele der sogenannten Shergottiten stammen von einer uralten Ebene auf dem Roten Planeten, wie neue Analysen zeigen.

Geologie 07.03.2014

Falsche Einschätzung

Die Studie in "Science":

"The Source Crater of Martian Shergottite Meteorites" von S.C. Werner et al., erschienen am 7. März 2014.

Auf der Erde sind bis jetzt rund 150 Meteoriten vom Mars gefunden worden. Rund drei Viertel davon sind Shergottiten, benannt nach dem ersten Fundort Sherghati in Indien. Diese Marsmeteoriten hatten Forscher durch ihr in geologischen Maßstäben junges Alter überrascht: Sie schienen erst vor 150 bis 600 Millionen Jahren kristallisiert zu sein.

Mojave-Krater auf dem Mars

AAAS, Science

Der Mojave-Krater auf dem Mars.

Ö1 Sendungshinweis:

Darüber berichtet auch Wissen Aktuell am 7.3. um 13:55.

Jetzt haben Stephanie Werner von der Universität Oslo und ihre Kollegen die Zusammensetzung der Mineralien in den Meteoriten genauer analysiert und mit derjenigen im Mojave-Krater auf dem Mars verglichen. Sie kommen zu dem Schluss, dass dieser Krater die Quelle vieler Shergottiten ist. Der 55 Kilometer breite Krater ist vor weniger als fünf Millionen Jahren durch einen Asteroiden in das Xanthe-Terra-Plateau geschlagen worden, das mit 4,3 Milliarden Jahren eine der geologisch ältesten Regionen auf dem Mars ist.

Damit sind auch die Shergottiten bereits vor 4,1 bis 4,3 Milliarden Jahren kristallisiert und so nicht die jüngsten, sondern die ältesten Gesteinsproben vom Roten Planeten, wie Werner und Kollegen argumentieren. Unterstützt werden sie von der Analyse der verschiedenen Blei-Varianten (Isotope) in den Meteoriten, die ebenfalls auf ein hohes Alter hindeuten. Vermutlich seien andere geologische Uhren in den Meteoriten durch erneutes Aufschmelzen beim Einschlag oder durch die Einwirkung von Wasser zurückgesetzt worden und hätten daher ein junges Alter angezeigt, schreiben die Forscher.

science.ORF.at/APA/dpa

Mehr zum Thema: