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Feldspitzmaus

Feldspitzmaus überträgt Pferdevirus

Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben die Feldspitzmaus als Überträger des Bornavirus identifiziert, das bei Pferden eine tödliche Gehirnentzündung auslösen kann. Die Bornasche Krankheit kann auch Schafe und in seltenen Fällen Rinder und Kaninchen betreffen. Bisher war die Übertragung unklar.

Veterinärmedizin 11.04.2014

Die Studie in "PLOS ONE":

"The Bicolored White-Toothed Shrew Crocidura leucodon Is an Indigenous Host of Mammalian Borna Disease Virus" von Ralf Dürrwald et al., erschienen am 3. April 2014.

Benannt ist die Krankheit nach der deutschen Stadt Borna, in der vor mehr als 100 Jahren zahlreiche Fälle der Infektion auftraten. Spitzmäuse standen bereits im Verdacht, das Reservoir für das Bornavirus zu sein, ein klarer Nachweis fehlte jedoch, berichtet die Vetmeduni.

Norbert Nowotny und Jolanta Kolodziejek vom Institut für Virologie sowie Herbert Weissenböck vom Institut für Pathologie und gerichtliche Veterinärmedizin der Vetmeduni untersuchten gemeinsam mit deutschen Kollegen 107 tot gefundene Spitzmäuse. Darunter waren 58 Feldspitzmäuse, von denen 14 das Bornavirus in sich trugen. Bei allen anderen Spitzmausarten wurden keine Bornaviren nachgewiesen. Genetische Analyse der Viren zeigten, dass die Virusstämme aus den Feldspitzmäusen und den infizierten Pferden exakt übereinstimmen.

Maus als Zwischenwirt

Die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon) gibt es nur in Mitteleuropa, sie zählt zu den geschützten Tierarten. Ihr Verbreitungsgebiet deckt sich auch mit dem Vorkommen der Bornaschen Krankheit, die es vor allem in Deutschland, aber auch in Gebieten der Ostschweiz sowie im angrenzenden Vorarlberg gibt. Derzeit kommt es etwa zu 100 Fällen im Jahr.

Das Bornavirus wird nicht zwischen einzelnen infizierten Tieren übertragen, sondern benötigt immer den Zwischenwirt Feldspitzmaus. Deshalb sind nie ganze Herden, sondern nur Einzeltiere betroffen. "Eine Übertragung kann am besten mit dem Fernhalten der Spitzmäuse aus den Ställen verhindert werden. Übliche Hygienemaßnahmen sollten hier ausreichen", so Nowotny.

science.ORF.at/APA

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