Standort: science.ORF.at / Meldung: "Intensive Landwirtschaft macht Erde wärmer"

Ein Traktor, der einen Acker pflügt.

Intensive Landwirtschaft macht Erde wärmer

Auch eine Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft bei flächenmäßig gleichbleibender Landnutzung kann zu lokalen Klimaveränderungen führen. Diese Erwärmung falle mit rund 1,7 Grad Celsius sogar überraschend groß aus, berichtete ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung.

Klima 15.04.2014

Das Team, an dem Karlheinz Erb vom Institut für Soziale Ökologie Wien an der Universität Klagenfurt beteiligt ist, fasste für seine Studie Satellitenbeobachtungen und Bodenmessungen von klimatisch gemäßigten Regionen in Nordamerika und Eurasien zusammen.

Die Studie:

"Land management and land-cover change haveimpacts of similar magnitude on surfacetemperature" von Sebastiaan Luyssaert und Kollegen ist am 13.4.2014 in "Nature Climate Change" erschienen.

So konnte es die direkten klimatischen Auswirkungen von Veränderungen in der Landbedeckung und in den Landnutzungspraktiken auf die Energiebilanz von Ökosystemen untersuchen, heißt es heute, Dienstag, in einer Aussendung der Uni Klagenfurt.

Sollte in Klimamodellen berücksichtigt werden

Unter Berücksichtigung aller Abkühl- und Erwärmungseinflüsse ergab sich eine Erwärmung von etwa 1,7 Grad Celsius, die rein auf Veränderungen in der Landnutzung von bereits bestehenden landwirtschaftlichen Flächen und im Waldmanagement zurückzuführen sei. Das zeige, dass auch die Intensivierung der Nutzung das lokale Klima in ähnlichem Ausmaß verändern kann wie eine großflächige Umwandlung von natürlicher Vegetation in Ackerland.

Im Hinblick auf den Anspruch, auf gleichbleibenden Flächen immer höhere Erträge zu erzielen, um den steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln und Biomasse zu bedienen, habe dieses Ergebnis auch Relevanz für zukünftige Berechnungen der Klimaentwicklung. Solche Veränderungen sollten neben direkten Treibhausgasemissionen ebenfalls in Betracht gezogen werden, wenn es um die Formulierung politischer Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels geht.

"Klimamodelle, die die Auswirkungen des Landnutzungswandels ausklammern, ignorieren einen bedeutenden Faktor in der aktuellen Klimadiskussion und können daher keine umfassende Bewertung des durch den Menschen verursachten Einflusses auf das Klima vornehmen", so Erb.

science.ORF.at/APA

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