Standort: science.ORF.at / Meldung: "Flugzeugkraftstoff aus Sonnenlicht hergestellt"

Ein Flugzeug landet im Licht der Abendsonne

Flugzeugkraftstoff aus Sonnenlicht hergestellt

In einem europäischen Forschungsprojekt ist es erstmals gelungen, "solares Kerosin" für Flugzeuge herzustellen. Forscher haben dazu ausschließlich erneuerbare Energien verwendet. Ihr "Cocktail" bestand aus Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid.

Energie 28.04.2014

EU-Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn erklärte, die Technologie sei umweltfreundlich und könne die Versorgungssicherheit verbessern. Das "Sonnenkerosin" ist prinzipiell in der Lage Flugzeuge anzutreiben, die heute schon im Einsatz sind.

Gesamte Kette der Produktion

Die Brüsseler Behörde verwies am Montag darauf, dass Forscher erstmals die gesamte Kette der Herstellung von Kerosin aus erneuerbaren Energien erfolgreich nachgewiesen hätten. Dabei sei konzentriertes Licht als Hochtemperatur-Energiequelle verwendet worden.

Das Projekt befinde sich zwar noch im Versuchsstadium, wobei ein Glas voll Flugturbinenkraftstoff unter Laborbedingungen mit simuliertem Sonnenlicht erzeugt wurde. Die Ergebnisse ließen jedoch hoffen, dass auf flüssigen Kohlenwasserstoffen basierende Kraftstoffe künftig aus Sonnenlicht, CO2 und Wasser hergestellt werden könnten.

Damit würde auch eine Energieform und eine Technologie "in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen", mit denen neben Kraftstoffen für Flugzeuge auch Treibstoffe für Kraftfahrzeuge und andere Verkehrsmittel produziert werden könnten. "Dies könnte aus einem der für die globale Erwärmung wichtigsten Treibhausgase eine wertvolle Ressource machen", freut sich Geoghegan-Quinn.

Solarreaktor soll optimiert werden

Konkret geht es bei dem Verfahren darum, dass konzentriertes Licht, das Sonnenlicht simuliert, dazu benützt wird, um Kohlendioxid und Wasser in einem von der ETH Zürich entwickelten Hochtemperatur-Solarreaktor, der Materialien auf Metalloxid-Basis enthält, in Synthesegas umzuwandeln. Anschließend sei das Synthesegas von Shell "mittels des etablierten Fischer-Tropsch-Verfahrens" in Kerosin transformiert worden.

Das auf vier Jahren angelegte Projekt Solar-Jet läuft seit Juni 2011 und erhält 2,2 Millionen Euro an EU-Mitteln aus dem Siebenten Forschungsrahmenprogramm. In der nächsten Projektphase soll der Solarreaktor optimiert und geprüft werden, ob die Technik in einem größeren Maßstab und zu wettbewerbsfähigen Kosten funktioniert.

science.ORF.at/APA

Mehr zu dem Thema: