Standort: science.ORF.at / Meldung: "Depression ist auch im Blut nachweisbar"

Das Gesicht eines müden Mannes.

Depression ist auch im Blut nachweisbar

Menschen mit Depressionen zeigen typische Symptome, aufgrund derer ihre Erkrankung diagnostiziert wird. Nun belegten Forscher der MedUni Wien, dass eine Depression auch im Blut nachweisbar ist. Ein Labortest sei "in greifbarer Nähe".

Medizin 29.04.2014

Mit dem Test sollen Transportproteine für den Nervenbotenstoff Serotonin bestimmt werden, teilte die MedUni Wien am Montag in einer Aussendung mit.

Bluttest für psychische Erkrankungen

Die Studie:

"Platelet serotonin transporter function predicts default-mode network activity" ist in "Plos One" erschienen (DOI:10.1371/journal.pone.0092543).

Der Serotonintransporter ist ein Protein der Zellmembran, das den Transport des Nervenbotenstoffs Serotonin (im Volksmund das "Glückshormon") in die Zelle ermöglicht. Depressive Verstimmungen lassen sich neurochemisch häufig auf einen Mangel an Serotonin zurückführen. Deshalb dient der Serotonintransporter auch als Angriffspunkt für die wichtigsten Medikamente gegen Depressionen.

Die Forscher der Medizinischen Universität Wien rund um Studienleiter Lukas Pezawas haben nun nachgewiesen, dass ein enger Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit, mit der Serotonin an Blutplättchen aufgenommen wird, und einem Depressionsnetzwerk im Gehirn besteht.

"Während Bluttests für psychische Erkrankungen bis vor kurzem noch für unmöglich gehalten wurden, zeigt diese Studie deutlich, dass ein Bluttest zur Depressionsdiagnostik prinzipiell möglich und in greifbarer Nähe ist", so Lukas Pezawas laut der Aussendung der Universität.

science.ORF.at/APA

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