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Gerstenähren auf dem Feld

Zu viele Stickstoffverbindungen in der Umwelt

Stickstoff wird in der Landwirtschaft in großen Mengen als Dünger eingesetzt. So sehr er den Pflanzen beim Wachsen hilft, so sehr kann er sich schädlich auf die Umwelt auswirken. Modellberechnungen deutscher Forscher zeigen nun: Bei gleichbleibendem Trend wird die Stickstoffbelastung der Umwelt bis 2050 um ein Viertel steigen.

Ökologie 14.05.2014

Mit strikten Maßnahmen könnte sie sich im Gegenteil dazu aber bis dahin sogar halbieren, berichtet ein Forscherteam um Benjamin Bodirsky vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Die Studie:

"Reactive nitrogen requirements to feed the world in 2050 and potential to mitigate nitrogen pollution" von Benjamin Bodirsky und Kollegen ist am 13. 5. 2014 in "Nature Communications" erschienen.

Großteil aus der Landwirtschaft

Stickstoff trägt unter anderem zur Feinstaubbelastung bei. Außerdem unterstützt er die Bildung von bodennahem Ozon, das die Atemwege reizt, und kann auch Gewässer ökologisch kippen lassen.

Etwa die Hälfte der Stickstoffbelastung komme aus der Landwirtschaft, schreiben die Forscher. Hier lasse sich viel einsparen. "Jede zweite auf den Feldern ausgebrachte Tonne Stickstoff wird derzeit nicht von den Pflanzen aufgenommen, sondern vom Regen ausgewaschen, von Kleinstlebewesen zersetzt oder vom Wind weggeweht", schrieb das Institut. Landwirte sollten daher die Düngung etwa durch Messen der Bodenwerte genauer anpassen.

Weniger Fleisch hilft Umwelt und Gesundheit

"Verbraucher in den entwickelten Ländern könnten das Wegwerfen von Lebensmitteln halbieren, ebenso den Fleischkonsum und den damit verbundenen Anbau von Viehfutter - das würde ihrer Gesundheit ebenso nützen wie ihrem Geldbeutel", sagte Alexander Popp, der an der Studie beteiligt war.

Derzeit seien die Auswirkungen von Stickstoff auf die Gesundheit bedeutender als die Folgen für das Klima, erläuterte Ko-Autor Hermann Lotze-Campen. Dies könne sich aber ändern. "Deshalb hätte eine Verringerung der Stickstoffbelastung den doppelten Vorteil, heute unserer Gesundheit zu helfen und in der Zukunft Klimarisiken zu vermeiden."

science.ORF.at/dpa

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