Standort: science.ORF.at / Meldung: "Ausbau von Wasserkraft begrenzt"

Stausee eines Wasserkraftwerks

Ausbau von Wasserkraft begrenzt

In Österreich wird ein Großteil des im Inland produzierten Stromes aus Wasserkraft gewonnen. Mehr als 3.000 Wasserkraftwerke liefern Energie. Verträgt Österreich noch weitere? Nur noch in einem begrenzten Ausmaß, sind Experten überzeugt.

Energie 02.06.2014

Nachteile für Fisch und Mensch

Energie aus Wasserkraft wird in Österreich groß geschrieben. Rund 60 Prozent des österreichischen Stroms wird derzeit aus Wasserkraft gewonnen, aus großen Lauf- und Speicherkraftwerken oder aus Kleinwasserkraftanlagen. Sie gilt als nachhaltig und besonders klimaschonend.

Doch Wasserkraft hat auch ihre Schattenseiten. Ein Beispiel dafür sind die Fische, so Verena Stricks vom Nachhaltigkeitsinstitut SERI in Wien: "Wasserkraftwerke bedrohen ihren Lebensraum. So werden geeignete Laichplätze immer weniger oder aufgrund der geringen Wasserführung der Flüsse unerreichbar. Das führt zur Abnahme der Arten und der Artenvielfalt."

ORF-Initiative "Mutter Erde braucht Dich":

Rund um den Welt-Umwelttag am 5. Juni wird der ORF ab nun jährlich in Radio, Fernsehen und Online ein Umwelt-Thema in den Mittelpunkt stellen. Im Rahmen der neuen ORF-Initiative "Mutter Erde braucht dich!" ist heuer "Wasser" das Schwerpunkt-Thema.
Wir wollen durch Information Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit schaffen und zusätzlich Spenden für Umwelt- und Naturschutzprojekte zu sammeln.

Links:

Ö1 Sendungshinweis:

Über das Thema berichtet auch "Wissen aktuell" am 2. Juni 2014 um 13.55 Uhr.

Mit sogenannten Fischaufstiegshilfen kann geholfen werden. Dafür werden in die Gewässer Rampen gebaut, um den Fischen die Wanderung entlang der Flüsse zu erleichtern.

Doch nicht nur die Fische werden von den Wasserkraftwerken beeinflusst. "Durch den Eingriff in die Natur beim Bau oder Ausbau von Wasserkraftwerken, werden sehr oft Flussauen zerstört. Diese haben jedoch eine Funktion vor Überschwemmungen zu schützen. Werden die Flussauen zerstört, steigt somit die Hochwassergefahr", meint die Nachhaltigkeitsforscherin Verena Stricks.

Ausbau von Wasserkraftwerken fördern

Die Situation der österreichischen Gewässer müsse ökologisch verbessert werden. Davon ist auch Erwin Mayer vom Verein Kleinwasserkraft Österreich überzeugt. Beispielsweise indem man bereits bestehende Wasserkraftwerke renoviert und die Kapazitäten erhöht.

Das allein wird jedoch nicht ausreichen: "Es darf unserer Meinung nach nicht dazu führen, dass man den Wasserkraftausbau insgesamt infrage stellt, oder sogar vorhandene Standorte reduziert. Wir brauchen diese erneuerbare Energie um größere Bedrohungen, die sich aus fossiler Energie, Klimawandel und Atomgefahr ergeben abzuwehren."

Energie müsse mehr Kosten

Die Experten sind sich jedoch einig: Der österreichische Strombedarf kann und soll auch nicht gänzlich durch die Wasserkraft gedeckt werden. Schon jetzt sind rund 75 Prozent der wirtschaftlich attraktiven Standorte für Wasserkraftwerke ausgeschöpft. Hier braucht es andere erneuerbare Energieformen, wie Solar- oder Windenergie.

Erwin Mayer ist zudem überzeugt: Energie müsse allgemein teurer werden. Erst dann würde die Gesellschaft lernen beim Kochen, Heizen oder Duschen sparsamer damit umzugehen.

Réka Tercza, Ö1 Wissenschaft

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