Standort: science.ORF.at / Meldung: "Laut Statistik wird Brasilien Weltmeister"

Die beiden brasilianischen Fußballer Fred und Oscar umarmen sich jubelnd

Laut Statistik wird Brasilien Weltmeister

Geht es nach Innsbrucker Forschern, hat Brasilien bei der Fußball-WM im eigenen Land die Nase vorn. Mit ihrem auf Buchmacherquoten basierenden Modell haben die Statistiker laut eigenen Angaben bereits 2010 den WM- und 2012 den EM-Titel für Spanien vorhergesagt.

Fussball-WM 02.06.2014

Die höchsten Siegchancen habe nach dem Modell einer Gruppe um Achim Zeileis von der Uni Innsbruck Brasilien mit einer Wahrscheinlichkeit von 22,5 Prozent.

Die Studie:

"Home Victory for Brazil in the 2014 FIFA World Cup" von Achim Zeileis und Kollegen ist auf dem Online-Repositorium "Econ Papers" erschienen.

Ö1 Sendungshinweis:

Über die Statistik berichtete auch "Wissen Aktuell" am 3. Juni 2014 um 13.55 Uhr.

Drei weitere Mannschaften hätten dahinter noch vergleichsweise hohe Chancen auf den WM-Titel, wenn auch deutlich niedrigere als der Gastgeber: Argentinien gewinnt mit 15,8 Prozent Wahrscheinlichkeit, Deutschland mit 13,4 und Spanien mit 11,8 Prozent, hieß es in einer Aussendung am Montag.

Im Finale gegen Argentinien?

Die Wissenschaftler wandten bei ihren Berechnungen das sogenannte "Buchmacher-Konsensus-Modell" an. Dabei griff das Forscherteam auf die Quoten von 22 Online-Wettanbietern (Buchmachern) zurück, die kombiniert mit komplexen statistischen Rechenmodellen eine Simulation aller möglichen Spielvarianten und Ergebnisse zuließen.

Das Modell erlaube auch die Modellierung von Wahrscheinlichkeiten des Finalspiels, hieß es. Hier sei die Unsicherheit aber wesentlich höher. Das wahrscheinlichste Finale laute Brasilien gegen Argentinien. "Wir modellieren nicht nur den Sieger, sondern können jede denkbare Spielkonstellation darstellen. Bei diesen Modellen gewinnt Brasilien als einziges Team gegen deutlich mehr als die Hälfte aller anderen Teams mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent", erklärte Zeileis.

Auf diese Weise könnten die Forscher auch für jede der acht Gruppen jene Mannschaften ermitteln, für die ein Aufstieg am wahrscheinlichsten ist. Daraus ergebe sich dann das wahrscheinlichste Finale.

Basiert auf Quoten der Buchmacher

Buchmacher würden ihre Quoten basierend auf möglichst wahrscheinlichen Ergebnissen festsetzen, erläuterte der Statistiker: "Als Experten berücksichtigen sie nicht nur historische Daten, sondern auch kurzfristige Ereignisse wie zum Beispiel Verletzungen."

Die Quoten werden so definiert, dass sie einerseits den tatsächlichen Ergebnissen möglichst nahe kommen und andererseits auch dem Buchmacher seinen Gewinn sichern. Daher müssten diese zunächst um die Aufschläge der Buchmacher bereinigt werden. Dann könnten daraus Wahrscheinlichkeiten abgeleitet werden.

Eine 100-prozentige Prognose gebe es freilich nicht, betonte Zeileis. Bis zum Finale am 13. Juli in Rio de Janeiro sollte es also spannend bleiben.

science.ORF.at/APA

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