Standort: science.ORF.at / Meldung: "Rekord bei erneuerbarer Energie"

windräder auf der Wiese vor blauem Himmel

Rekord bei erneuerbarer Energie

2013 hat es einen neuen Rekord bei der Nutzung erneuerbarer Energien gegeben. Laut einer Studie stammte weltweit bereits ein Fünftel der hergestellten Energie aus Wasserkraft, Wind- oder Sonnenenergie. Während sich immer mehr Entwicklungsländer zu diesen Energiequellen bekennen, schrumpft das Interesse in den USA und einigen europäischen Ländern.

Technologie 04.06.2014

Größter Lieferant weltweit für erneuerbare Energien ist China. Erstmals war das Wachstum in der Sparte alternative Energie in dem Land im Vorjahr größer als die Zunahme bei Öl, Kohle und Gas. Das geht aus einer Studie hervor, die das Energienetzwerk Ren21 Anfang Juni bei den Vereinten Nationen in New York vorgestellt hat.

Energienetzwerk Ren21

Das Netzwerk Ren21, dessen Mitglieder unter anderem aus nationalen Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, internationalen Organisationen und der Wissenschaft stammen, veröffentlicht seit 2005 einen jährlichen Überblick über den Zustand der erneuerbaren Energien in der Welt.

Wasserkraft am wichtigsten

Der Energieverbrauch wächst weltweit weiter. Mit 78 Prozent wurde im Vorjahr der Löwenanteil noch immer aus Erdöl, Gas, Kohle und Atomkraft gewonnen. Aber bereits 22 Prozent stammten aus alternativen Quellen, heißt es in der Studie.

Am wichtigsten ist die Wasserkraft, gefolgt von Wind- und Sonnenenergie. Erstmals die 1.000 Gigawatt-Grenze übersprungen hat im Vorjahr die Wasserkraft. Ihre Zuwachsraten sind aber geringer als jene von Biomasse und Sonnenenergie.

Zwar seien die weltweiten Investitionen in Solarenergieanlagen im Vorjahr gesunken, dennoch ist ihre Kapazität um rund ein Drittel gestiegen: Bereits 138 Gigawatt der globalen Energieproduktion stammen laut der Studie von Photovoltaikanlagen. Die Gesamtkapazität aller alternativen Energieträger weltweit beträgt 1.560 Gigawatt.

China im Vormarsch

Die Länder mit den - absolut - meisten erneuerbaren Energien sind wie in den Vorjahren China, die USA, Brasilien, Kanada und Deutschland. Besonders China habe aber spektakuläre Fortschritte gemacht, erstmals wuchs die Energie aus alternativen Quellen stärker als jene aus fossilen Brennstoffen und Atomkraft.

Diesen Trend gibt es in der Europäischen Union bereits seit sechs Jahren, rund drei Viertel der neuen Kapazitäten gingen in der EU 2013 auf das Konto alternativer Energieträger.

Auch Österreich liegt in einigen der zahlreichen Weltstatistiken, die Ren21 zusammengetragen hat, im Spitzenfeld. So auf Platz fünf bei der Pro-Kopf-Produktion von erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft), und auf Platz zwei bei der Pro-Kopf-Rangliste, die Wassererwärmung durch Sonnenkraft misst.

Entwicklungsländer holen auf

Wichtig für die Tendenz zu mehr erneuerbarer Energie sei die Unterstützung der Politik, heißt es in der Studie. Während sie zuletzt in den USA und einigen europäischen Ländern gesunken sei, würden sich immer mehr Entwicklungs- und Schwellenländer für erneuerbare Energien einsetzen.

Waren es 2005, als ein derartiger Bericht zum ersten Mal erschien, nur 15 Entwicklungsländer, die Regeln zum Ausbau erneuerbarer Energieformen verabschiedet hatten, so sind es mittlerweile 95.

Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Mehr zu dem Thema: