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zwei Spieler kämpfen um einen Fußball

Fußball-WM: Spiegelneuronen zittern mit

Am kommenden Donnerstag startet in Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft. Passionierte Fußballfans leiden dann - oder freuen sich mit "ihrer" Mannschaft. Im Gehirn sind dabei bestimmte Zellen, die sogenannten Spiegelneuronen, wesentlich beteiligt.

Gehirnforschung 10.06.2014

Begonnen hat alles vor 30 Jahren in der italienischen Stadt Parma: mit einem Affen, einem Versuchsleiter und einer Erdnuss. Eigentlich hatte die Forschergruppe um den Physiologen Giacomo Rizzolatti lediglich erforschen wollen, wie Handlungen im Gehirn geplant und umgesetzt werden. Griffen die Tiere nach Futter, konnten sie entsprechende neuronale Aktivität messen. Doch plötzlich schlug das Messgerät auch aus, als einer der Forscher nach einer Nuss griff. Dabei saß der Affe ganz ruhig da.

Weitere Untersuchungen zeigten, dass Spiegelneuronen sogar die Absicht hinter einer Handlung erkennen können. Die Nervenzellen des Affen sandten offenbar bereits Signale aus, wenn er die Bewegung oder nur eine Absicht beobachtete, sie spiegelten das Verhalten des Gegenübers.

Emotionen werden kopiert

"Spiegelneuronen könnten dafür verantwortlich sein, dass wir uns in jemanden hineinfühlen können und uns in die Lage versetzen, das 'Selbst' vom 'Nicht-Selbst' zu unterscheiden", erklärte Ornella Valenti von der Abteilung für Kognitive Neurobiologie am Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien laut einer Aussendung der Universität am Dienstag.

Je mehr das Gesehene früheren Erfahrungen, insbesondere in Bezug auf die Beobachtung von motorischen Aktivitäten, entspreche, desto stärker feuern die Spiegelneuronen. So sei es auch möglich, dass bei einem Fußballmatch die Fans der siegreichen Elf feiern, während die anderen gleichzeitig weinen. Die Menschen beobachten jeweils "ihre" Mannschaft und kopieren deren Emotionen.

Neuronen von Experten feuern stärker

Das Resonanzsystem der Spiegelneuronen ist auch noch für einen anderen Effekt zuständig: Fans, die selbst viel Fußball spielen oder gespielt haben, die wissen, wie das Spiel funktioniert, können ein Spiel besser 'lesen'. Valenti: "Studien haben gezeigt, dass diese Fußball-Experten während des Spiels die Aktionen besser vorhersagen können. Dabei feuern die Spiegelneuronen mehr als bei anderen, die weniger vom Fußball verstehen."

Bei Kontrollgruppen, die noch nie oder selten ein Fußballmatch gesehen und selbst nicht gespielt hatten, feuerten die Spiegelneuronen nicht oder kaum. Valenti: "Spiegelneuronen befähigen uns offenbar dazu, die Absichten anderer intuitiv zu erfassen. Und umso mehr, je besser uns diese Absichten oder Handlungen aus eigener Erfahrung bekannt sind."

science.ORF.at/APA

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