Standort: science.ORF.at / Meldung: "Bürgerprojekt für die Artenvielfalt"

Braunbär

Bürgerprojekt für die Artenvielfalt

Die EU-Kommission warnt vor einer abnehmenden Artenvielfalt und fragt die Öffentlichkeit bei der Suche nach Gegenstrategien um Rat. Interessierte Bürger, Behörden, Organisationen oder Unternehmen können der EU-Institution bis zum 26. September Ideen und Ratschläge im Internet mitteilen.

Europa 10.06.2014

Knapp ein Viertel aller Tierarten in Europa ist Kommissionsangaben zufolge vom Aussterben bedroht, die meisten europäischen Ökosysteme sind gestört. "Die Artenvielfalt - die Natur um uns herum - nimmt weltweit ab, oft als Folge menschlichen Handelns", erklärte die EU-Kommission bereits in der vergangenen Woche. Dieser Trend setze sich fort, obwohl die EU und ihre Mitgliedstaaten bereits Gegenstrategien beschlossen hätten.

Die EU-Kommission will daher eine neue Initiative im Kampf gegen Artensterben und Umweltzerstörung auf den Weg bringen und bittet dafür die europäische Öffentlichkeit im Rahmen der Konsultation um Mithilfe.

Nebeneinander von Mensch und Tier

Auf der anderen Seite kehren Braunbär, Wolf und Luchs nach Europa zurück. "Nach einer langen Phase, in der sich der Bestand dieser Arten fortlaufend verringert hatte, nimmt ihre Zahl nun wieder zu, aber die Koexistenz mit den Menschen ist mitunter problematisch", erklärte die EU-Kommission. Die Brüsseler Institution rief daher eine Plattform ins Leben, auf der sich Landwirte und Naturschützer, Jäger, Landbesitzer und Wissenschaftler darüber austauschen können, wie Menschen und die Großraubtiere miteinander auskommen können.

In der EU seien Bestand und Verbreitung dieser Tiere durch den Einfluss des Menschen in der Vergangenheit "dramatisch" zurückgegangen. Durch verstärkten Schutz und eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist ihr Bestand der EU-Kommission zufolge jedoch stabilisiert worden. "Zum Teil ist er sogar wieder angewachsen. Sie haben sich in Gebieten wiederangesiedelt, in denen sie seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten nicht mehr vorkamen." Während diese Erholung von manchen als großer Erfolg gefeiert werde, stoße sie bei anderen auf Widerstand und schaffe "soziale und wirtschaftliche Probleme".

"Wir müssen unsere natürlichen Mitbewohner mit Respekt behandeln - wir müssen aber auch auf die Bedenken derjenigen eingehen, deren Leben durch die große Nähe zu diesen Tieren tatsächlich beeinträchtigt wird", sagte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik mit Blick auf Braunbär, Wolf, Luchs und den auch Bärenmarder genannten Vielfraß. Mittlerweile lebt in 21 EU-Staaten mindestens eine dieser Arten in freier Wildbahn. Über die nun geschaffene Plattform soll nach Lösungen für ein Nebeneinander von Mensch und Raubtier gefunden werden.

science.ORF.at/APA/AFP

Mehr zum Thema: