Standort: science.ORF.at / Meldung: "Asymmetrie kein Zeichen für Inzucht"

Untere Gesichtshälfte von Frauengesicht

Asymmetrie kein Zeichen für Inzucht

Entgegen gängiger Meinungen ist ein asymmetrisches Gesicht kein Zeichen von geringer genetischer Vielfalt und damit Inzucht, wie Wiener Forscher herausfanden. Auch einzelne Veränderungen am Erbgut, die mit den Positionen und Formen von Backenknochen, Nase und Augen zusammenhängen, spielen demnach bei der Asymmetrie keine Rolle.

Gesicht 13.06.2014

Unerwartete Ergebnisse

Die Studie in "PLOS ONE":

"Variation at Genes Influencing Facial Morphology Are Not Associated with Developmental Imprecision in Human Faces" Sonja Windhager et al., erschienen am 10. Juni 2014.

Die Wissenschaftler um Martin Fieder und Sonja Windhager vom Department für Anthropologie der Universität Wien haben dafür bereits vorhandene Gensequenzen- und Gesichtsdaten von 3.125 Menschen analysiert, die in der sogenannten "Rotterdam Studie" veröffentlicht worden waren.

"Gesichts-Asymmetrien gelten als Zeichen von Ungenauigkeiten in der Entwicklung eines Menschen, die von Inzucht kommen", schrieben sie in dem Artikel. Doch in ihren Untersuchungen stellte sich heraus, dass es keinen Bezug zwischen der Gesichts-Asymmetrie und der Tatsache gibt, ob eine Person von beiden Elternteilen eher die gleichen Erbanlagen (Homozygotie) oder unterschiedliche (Heterozygotie) bekommen hat, sagte Fieder gegenüber der APA.

"Wir untersuchten auch einzelne Punktmutationen, von denen aus vorangegangenen Studien bekannt war, dass sie die Gesichtsform beeinflussen, in Hinblick auf einen Zusammenhang mit Gesichts-Asymmetrie", so Windhager. Auch hier konnte man wider erwarten keinen Zusammenhang erkennen, erklärte sie.

science.ORF.at/APA

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